Studentenjobs Episode I: Logistikhelfer

Während meines Studiums in Bremen benötigte ich mehr Geld, als mir meine Eltern monatlich zur Verfügung stellen konnten. Also suchte ich mir einen Nebenjob und wurde über die Jobvermittlung der Agentur für Arbeit auch schnell fündig. Mein Hauptkriterium war, dass der Stundenlohn stimmen musste – und das tat er. Also begann ich nach einem kurzen Einstellungsgespräch meine Karriere als Logistikhelfer bei einer Spedition im Bremer Güterverkehrszentrum.

logistik

Symbolbild Logistikzentrum ‚© Marcus Walter / PIXELIO'

Die gute Nachricht war, dass es praktisch keine zu erfüllenden Voraussetzungen für den Job gab. Die schlechte Nachricht war die einzige Ausnahme hiervon: Man musste gut zupacken können! Denn Logistikhelfer heißt nichts anderes, als Kisten durch die Gegend zu schleppen oder Hubwagen von einem Ende der riesigen Lagerhalle zum anderen zu fahren.

Eine Schicht dauerte etwa fünf bis sechs Stunden, und danach wusste ich abends auch, was ich getan hatte. Nach den ersten Arbeitstagen taten mir sämtliche Knochen weh. Aber nach einiger Zeit lernt man die Tricks um die etwas leichteren und angenehmeren Arbeiten zugeteilt zu bekommen.

Der härteste Job war es, die ankommenden LKW zu entladen. Bei dieser Tätigkeit gab es praktisch überhaupt keine Pausen, da die Lastwagen draußen zumeist Schlange standen.
Etwas angenehmer war es dagegen schon, die neue Ladung für leere LKW vor dem jeweiligen Rolltor zu sammeln. Hier gab es zwischendrin immer mal wieder die Möglichkeit, durchzuschnaufen und sich von den körperlichen Anstrengungen etwas zu erholen.

Am beliebtesten war jedoch die Aufgabe im so genannten Systemgut. Hier kamen einzelne Produktsendungen an, die neu sortiert werden mussten. Statt einer ganzen Palette voll mit Computern oder Monitoren mussten hier „nur“ einzelne Bildschirme durch die Gegend geschleppt werden.

Das Systemgut war zugleich der einzige Teil des gesamten Lagers, in dem es so etwas wie Teamarbeit gab und der Umgangston mit den fest angestellten Lagerarbeitern durchweg freundlich war. In den anderen Teilen herrschte oftmals ziemliches Gebrüll und meistens schlechte Stimmung. Uns Studenten half dies immer dabei, uns daran zu erinnern, warum wir eigentlich studierten.

Wie nicht anders zu vermuten, waren die meisten Logistikhelfer Männer. Es gab aber auch zwei Frauen, die die gesamte Schicht über nichts anderes zu tun hatten, als mit Scannern Etiketten einzulesen. Ich muss zugeben, dass nach einem körperlich besonders anstrengenden Arbeitstag bei uns Kerlen durchaus etwas Neid entstand.

Insgesamt waren die 1,5 Jahre hart aber lehrreich. Und der Lohn von 15 Euro/Stunde plus Weihnachtsgeld war echt in Ordnung.

tba

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