Auslandsaufenthalt im Studium I: Japan

Teil meines BWL Studiums war es, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Möglich waren Länder deren Sprache man neben den Vorlesungen her zusätzlich lernen konnte. In meinem Fall war dies Japanisch, und so bereitete ich mich also darauf vor, ein Jahr lang im Land der aufgehenden Sonne zu verbringen. Uns wurde zudem die Wahl gelassen im Ausland zu studieren, oder Praktika mit einer Gesamtdauer von zwölf Monaten zu absolvieren. Ich entschied mich für die letztere Option, weil ich hoffte, dass mich dies besser auf das Berufsleben vorbereiten würde. Mir war bewusst, dass meine Sprachkentnisse nicht gerade als phänomenal zu bezeichnen waren und deshalb war es unabdingbar auch in Japan weiterhin Sprachunterricht zu nehmen.

symbolbild japan

Symboldbild Japan ‚© skeiwoker / PIXELIO'

Mein Jahr in Japan begann mitten im Sommer. Dort herrschen dann zumeist fast 100% Luftfeuchtigkeit bei durchgehend 35° Celsius. Die erste Herausforderung für mich war es also, mit dieser Klimaumstellung körperlich klar zu kommen. Im Winter fror ich zum Ausgleich, da es in Japan fast keine Zentralheizungen gibt und zusätzlich sorgen die oftmals sehr dünnen Häuserwände für jede Menge „Kältespaß“.

Mein erstes Praktikum dauerte sechs Monate und fand in der Marketingabteilung der japanischen Tochterfirma eines großen deutschen Unternehmens statt. Ich hatte dort einen deutschen Chef und ansonsten nur japanische Kollegen, die zumeist auch kein Englisch sprachen. Mein Japanisch wurde dadurch mit der Zeit immer besser, und auch fachlich bekam ich interessante Aufgaben übertragen und lernte viel dazu.

Das zweite Praktikum dauerte ebenfalls ein halbes Jahr und ich verbrachte es im Büro der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung von Nordrhein-Westfalen in Tokyo . Im Vergleich zum Großraumbüro der ersten Praktikumsstelle war die Atmosphäre dort mit insgesamt nur fünf Kollegen sehr familiär. Leider waren die Aufgaben aber auch nicht so spannend. Ich war die meiste Zeit mit administrativen Tätigkeiten beschäftigt oder nahm Telefonanrufe entgegen.

Ein Aufenthalt in Japan ist Ausländern meiner Erfahrung nach nur dann zu empfehlen, wenn bereits Grundkenntnisse der Landessprache vorhanden sind und ein echtes Interesse daran besteht, diese vor Ort auszubauen. Zum einen sind Unterhaltungen auf Englisch mit den meisten Japanern nicht möglich, da diese sich schlichtweg nicht trauen, ihre (zumeist geringen) Schulenglisch-Kenntnisse auszuprobieren. Ohne Japanischkentnisse ist ein Kontakt zu Japanern außerhalb der Praktikumsstelle nahezu unmöglich und somit bleibt man dann noch viel eher ein Fremder, der man aufgrund des unterschiedlichen Aussehens eh schon ist.

Für mich war es insgesamt eine lohnenswerte Zeit in der ich den Erwerb von Berufserfahrung mit kulturellen und sprachlichen Erfahrungen verbinden konnte.

tba

Zurück zur Startseite