Studienfachwechsel: Ein Leitfaden

Studienfachwechsel: Was ist dabei zu beachten?

Nicht selten bemerken Studenten, dass die Studienfachwahl vielleicht doch ein Fehler war. Das ist zwar kein Weltuntergang, aber doch mit einigem Aufwand verbunden und erfordert ein geplantes Vorgehen. Im Folgenden werde ich auf einige Aspekte des Studienfachwechsels eingehen und versuchen einen möglichst optimalen Ablauf zu erstellen.

Schritt I – Ursachenforschung: Gründe für einen Studienfachwechsel
– Warum möchte ich wechseln und welche Möglichkeiten gibt es noch? –

In den meisten Fällen sind mangelndes Interesse und schlechte Leistungen Auslöser für Gedanken zu einem möglichen Studienfachwechsel. Damit man jedoch nicht nach kurzer Zeit wieder vor dem gleichen Problem steht, sollte man sich einige Gedanken zu den Gründen machen.

Student

Symbolbild Student ‚© ideas-ahead.de / PIXELIO'


Zuerst einmal ist es wichtig, ob die Faktoren, die zu der Unzufriedenheit mit dem Studienfach führen, fachbedingt oder hochschulbedingt sind.

Fachbedingt kann das Problem sein, wenn sich beispielsweise die Vorstellungen und Erwartungen in der Studienrealität nicht bestätigt haben. Ein Studienfachwechsel kann dann für eine höhere Studienzufriedenheit mit besseren Ergebnissen führen.
Zwar lässt sich ein Studium nicht immer mit dem späteren Berufsalltag vergleichen, aber wenn bereits während dem Studium große Probleme mit dem gewählten Fach auftreten, sind die damit möglichen Berufe eventuell ebenfalls nicht geeignet. Ein Studienfachwechsel eröffnet hier neue Berufsmöglichkeiten mit einer später hoffentlich höheren Berufszufriedenheit.
Ein weiterer in diesem Zusammenhang zu nennender Grund können Sorgen über möglicherweise schlechte Berufschancen sein. Auch hier kann ein Studienfachwechsel genau das Richtige sein.

Hochschulbedingte Faktoren, die zu dem Wunsch nach einem Studienfachwechsel führen können, sind beispielsweise schlechte Studienbedingungen. Hierbei ist in den meisten Fällen ein Hochschulwechsel einem Studienfachwechsel vorzuziehen. Die Voraussetzung dafür ist eine gute Informiertheit über die Studienbedingungen im gleichen Fach an anderen Hochschulen. Grund für einen Hochschulwechsel kann auch ein schlechtes Zurechtkommen mit der jeweiligen Stadt und den dazugehörenden Faktoren sein. Gegenüber einem wirklichen Studienfachwechsel ist ein Wechsel der Hochschule einfacher und häufig ohne Zeitverlust zu bewältigen.

Gerade wenn persönliche Gründe für einen Studienfachwechsel vorliegen, muss man sich auch die Frage nach einem Studienabbruch stellen.

Es kann auch eine Schwerpunktverlagerung in Frage kommen, wenn man nicht grundsätzlich mit dem gewählten Fachbereich unzufrieden ist, sondern sich einfach in eine andere Richtung orientieren will. Oft kann man eine Schwerpunktverlagerung sogar mit geringerem oder ganz ohne Zeitverlust tätigen, wenn beispielsweise Semester auf den neuen Studiengang angerechnet werden können oder das Grundstudium für beide Studiengänge gleich ist.

Wenn man sich schließlich über die eigenen Gründe klar geworden ist und weiterhin einen Studienfachwechsel anstrebt, besteht die nächste Aufgabe im Finden eines neuen Studienfaches.

Schritt II – Neue Chance: Die Wahl des richtigen Studienfaches
– Welches Fach passt wirklich zu mir? Was sind meine Zukunftspläne? –

Bei der Wahl des neuen Studienfaches können die über die Wechselgründe erlangten Erkenntnisse weiterhelfen und über mögliche Fehler bei der vorigen Studienfachwahl Auskunft geben.

Ansatzpunkte für die Studienwahl können die Leistungen in der Schulzeit, Eigen- und Fremdeinschätzungen, professionelle Berufs- und Studienwahltests und persönliche Ziele sein.

Glücklicherweise bietet das Internet eine Menge Informationen zur Studienwahl allgemein und auch zu jedem einzelnen Studienfach. Am Ende des Artikels ist eine kleine Sammlung von meiner Ansicht nach relevanten Links zum Thema Studienfachwechsel zu finden. Hierzu gehören auch einige Links speziell zum Thema Studienwahl.

Nicht vergessen darf man eventuelle Zulassungsbeschränkungen zu dem neu gewählten Studienfach. Die bisherige Studienzeit wird nicht als Wartesemester angerechnet, sodass eventuell ein entsprechend guter Abiturnotenschnitt vorliegen muss.

Schritt III – Vorbereitungen und Abschluss: Der Studienfachwechsel
– Was sollte vor einem Wechsel erledigt werden? Wie ist der Ablauf? –

Vor dem schlussendlichen Studienfachwechsel heißt es informieren und nochmals informieren um später Ärger und Verzögerungen zu vermeiden.

Um sich gezielt vorbereiten zu können, sollte man sich zuerst um einen Platz für das neue Studienfach einer dafür geeigneten Hochschule kümmern. Je nach Studienfach erfolgt die Bewerbung direkt oder über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS). Hat man eine Zusage erhalten, kann schließlich die sonstige Vorbereitung beginnen.

Als erstes sollte man sich darüber informieren, ob die bisherigen erbrachten Leistungen angerechnet werden können. Eventuell kann durch vorgelegte Leistungsnachweise der Einstieg ins neue Studienfach bereits in einem höheren Semester erfolgen. Das ist insofern wichtig, weil eine Minimierung des Zeitverlustes durch den Studienfachwechsel unter anderem wichtige finanzielle Vorteile bringen kann.

Ein richtiges und geplantes Vorgehen kann zudem Nachteile im Bezug auf die BAföG-Zahlungen verringern. Grundsätzlich muss der Fachrichtungswechsel dem BAföG-Amt mitgeteilt werden. Bis zum Ende des 3. Semesters reichen in der Regel Gründe wie Eignungsmangel oder Neigungswandel aus. Bei späteren Wechseln muss eine extra Begründung verfasst werden und es sollte ein sogenannter unabweisbarer Grund vorliegen (z.B. Krankheiten die das Studium im ursprünglichen Studienfach wesentlich beeinträchtigen).  Bei einer Ablehnung der Begründung erfolgen keine BAföG-Zahlungen mehr. Zusammenfassend ist in fast allen Fällen eines Studienfachwechsels durch die verlängerte benötigte Gesamtförderungszeit von finanziellen Nachteilen auszugehen.
Die genauen Auswirkungen auf die BAföG-Zahlungen sind jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich.

Eine wichtige zu erledigende Formalität ist außerdem das Informieren der Krankenkasse über den Studienfachwechsel.

Die an der bisherigen Hochschule zu erledigenden Formalitäten unterscheiden sich und sollten über die jeweilige Studienberatung in Erfahrung gebracht werden.

Viel bleibt nicht mehr zu tun bis zum Abschluss des Studienfachwechsels. Bei einem Hochschulwechsel bleiben nur noch die Exmatrikulation von der vorigen Hochschule und das Versenden alle Unterlagen an diese. Spätestens wenn man dann den neuen Studentenausweis in der Hand hält, weiß man, dass man es geschafft hat.

Schritt IV – „Wort zum Sonntag“: Ein Fazit
– Studienfachwechsel empfehlenswert oder nicht? –

Ein Studienfachwechsel ist kein leichtes Unterfangen und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es ist mit zeitlichen und finanziellen Nachteilen verbunden und jede Menge Arbeit. Sich jahrelang durch ein ungeeignetes Studienfach zu quälen ist jedoch definitiv die schlechtere Alternative.

Ein Studienfachwechsel ist nichts wofür man sich schämen müsste und man steht damit sicherlich nicht alleine da, denn schätzungsweise ein Viertel aller Studierenden wechselt das Studienfach.

Wichtige Links zum Artikelthema:

Allgemeine Informationen zum Studienfachwechsel:
http://www.unilife.de/bund/rd/38397.htm

Informationen speziell zum BAföG:
http://www.das-neue-bafoeg.de/
http://www.bafoeg-rechner.de

Informationen zur Studienfachwahl:
http://www.was-studiere-ich.de

Informationen zur studentischen Krankenversicherung:
http://www.unilife.de/bund/rd/32192.htm

fes

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