Studentenjobs Episode V: KellnerIn

Monat für Monat plagte mich das allbekannte Problem: Das Monatsende rückt näher und im Portemonnaie herrscht zunehmend Ebbe. Ich hasse das. Da steigen womöglich noch irgendwelche coolen Partys und ich muss mir verkneifen hinzugehen, weil ich mir die Cocktails eigentlich nicht mehr leisten kann. Damit das endlich aufhört, habe ich vor drei Monaten angefangen, neben dem Studium als Kellnerin zu arbeiten. Und ich kann nur sagen: Es lohnt sich!

Ich arbeite in einem netten kleinen Café in der Bamberger Altstadt. Zwei Mal pro Woche, montags und mittwochs, übernehme ich die Frühschicht, weil meine Seminare an diesen Tagen erst nachmittags beginnen. Das bedeutet früh aufstehen, denn das Café öffnet um 7:00 Uhr und ich muss noch einige Vorbereitungen treffen – das heißt, ich beginne um 6:30 Uhr mit der Arbeit. Meine Kollegin und ich müssen erst einmal alle Tische frisch decken, denn am Abend vorher wird nur noch sauber gemacht, aber nichts weiter vorbereitet. Wenn wir damit fertig sind, reicht die Zeit meist nur noch für einen schnellen Cappuccino im Stehen – dann heißt es schnell aufsperren, denn die ersten Frühaufsteher warten schon vor der Tür, um unseren in der ganzen Stadt beliebten Caffè Latte zu genießen.

Symbolbild Café | BlogStudent.de

Symbolbild Café ‚© Peter Kirchhoff / pixelio.de'

Der Vormittag verläuft meistens ähnlich. Es ist immer gut was los, weil wir komplettes Frühstück mit Kaffee – so viel man möchte – zu einem erschwinglichen Preis anbieten. Da kommen viele Studenten, sei es vor der ersten Vorlesung oder in einer Zwischenstunde. Und da das Café zentral gelegen ist, schaut auch sonst der ein oder andere vorbei. Das Schönste ist: Mir wird dabei nie langweilig! Die Zeit bis 11:00 Uhr vergeht immer wie im Flug. Das liegt daran, dass ich täglich mit anderen Menschen zu tun habe und dabei auch immer wieder nette Bekanntschaften mache. Mir liegt das und darum macht mir die Arbeit auch sehr viel Spaß.

Zugegeben – es ist vielleicht nicht für jeden was, ein Job in der Gastronomie. Den Service-Gedanken muss man schon verinnerlichen können. Wer jedes Mal genervt ist, wenn ein Kind ein Glas mit klebrigem O-Saft umwirft oder es einfach einmal wieder hektisch wird, sollte besser nicht als Kellnerin arbeiten. Zumal ein Stundenlohn von 8 Euro auf 400 Euro-Basis im Vergleich zu einem Bürojob wohl nicht mithalten kann. Da ich mein Trinkgeld aber selbst behalten darf und nicht teilen muss, habe ich es selbst in der Hand, meinen Stundenlohn entsprechend zu erhöhen. Alles in allem möchte ich meinen Job nicht mehr missen – zumindest während meines Studiums nicht.

ani

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