Krankenversicherung für Studenten: Privat oder gesetzlich?

Studenten steht es grundsätzlich frei, sich gesetzlich oder privat zu versichern. Der folgende Artikel behandelt die wichtigsten Fragen rund um das Thema Krankenversicherung. Manche Studenten stehen zudem mehrmals in ihrem Studentenleben vor der Wahl, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern lassen wollen. Über diese Frage sollte man sich dementsprechend von Zeit zu Zeit neu informieren. So kann in einem bestimmten Alter die private Krankenversicherung deutliche Vorteile bringen. Für einen genauen Tarifvergleich sind am Ende des Artikels entsprechende Links hinterlegt.

Symbolbild Krankenversicherung | BlogStudent.de

Symbolbild Krankenversicherung ‚© Gerd Altmann / Gerold Meiners / pixelio.de'

Wann muss ich mich um eine Krankenversicherung kümmern?

Der Großteil aller Studenten ist bei den Eltern bis zum 25. Lebensjahr (bei geleistetem Zivil- oder Wehrdienst bis 26) mitversichert. Die sogenannte Familienversicherung entfällt ebenfalls bei einem Einkommen das 365 (bei geringfügiger Beschäftigung 400) Euro monatlich übersteigt. Von Beginn an selbst versichern müssen sich zudem Studenten, deren Eltern privat versichert sind oder ihren Wohnsitz nicht in Deutschland haben.

Privat oder gesetzlich – Was lohnt sich für mich?

Für Studenten werden in beiden Fällen spezielle Tarife angeboten.

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist der Beitrag bei allen Anbietern gleich. Die verbilligten Sondertarife für Studenten der gesetzlichen Krankenkassen enden jedoch mit der Vollendung des 30. Lebensjahres (kann sich verlängern z.B. durch Kindesgeburt, längere Erkrankungen, geleistetem Zivil-/Wehrdienst) oder dem 14. Fachsemester. Danach steigt der Beitrag deutlich.

Die privaten Krankenkassen bieten unterschiedliche Tarife für Studenten an und unterscheiden bei der Beitragshöhe zwischen männlichen und weiblichen Studenten. Die vergünstigten Tarife werden länger als bei der gesetzlichen Krankenversicherung gewährt. Das Leistungsniveau ist höher und unterscheidet sich je nach Tarif und Krankenkasse wiederum stark.

Für männliche Studenten bis zum 30. Lebensjahr kann sich eine private Krankenversicherung lohnen. Die Beiträge sind zwar kaum geringer, aber die angebotenen Leistungen besser. Für Studentinnen sind die Beiträge der privaten Krankenversicherung jedoch deutlich höher, sodass sich eine private Krankenversicherung meist nicht lohnt.

Für männliche Studenten ab dem 30. Lebensjahr lohnt sich eine private Krankenversicherung fast immer. Die Beiträge sind deutlich geringer als die der freiwilligen Studentenversicherung der gesetzlichen Kassen und das bei zugleich besseren Leistungen. Für Studentinnen sind die Beiträge von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen ungefähr gleich hoch. Aufgrund der Leistungen kann sich eine private Krankenversicherung dennoch lohnen.

Ein Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung ist zudem die Möglichkeit Ehepartner und Kinder dort beitragsfrei mitzuversichern.

Ein Nachteil hingegen: Falls das eigene Einkommen über 365 bzw. 400 Euro liegt, wird es in der gesetzlichen Krankenkasse meist beitragspflichtig (es müssen zusätzliche Beiträge aus dem Arbeitsentgelt entrichtet werden).

Was sind die wichtigsten Leistungsunterschiede zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung und gibt es bei beiden Unterschiede zwischen den jeweiligen Kassenleistungen?

Der erste wichtige Unterschied ist die Beitragsrückerstattung. Die privaten Krankenversicherungen gewähren beinahe alle eine Rückerstattung mehrere Monatsbeiträge, falls in einem Jahr keine Kosten angefallen sind. Für Studenten gibt es diese Rückerstattung bei den gesetzlichen Krankenversicherungen grundsätzlich nicht.

Die Praxisgebühr von 10 Euro pro Quartal gibt es nur in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Dazu kommen viele Unterschiede was die Kostenübernahme bei bestimmten Behandlungen betrifft. Beispiele dafür sind Arzneimittel (bei gesetzlichen Krankenversicherungen wird eine Zuzahlung fällig), Naturheilverfahren (Kostenübernahme bei gesetzlicher Krankenversicherung nur in absoluten Ausnahmefällen) und Brillen/Kontaktlinsen (bei gesetzlicher Krankenversicherung meist keine Erstattung, bei privater oft bis zu einem bestimmten Betrag).

Unterschiede zwischen den verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen bestehen so gut wie keine, da die Leistungen gesetzlich geregelt sind.
Umfangreiche Informationen und Online-Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Bei den privaten Krankenkassen sollte der Tarif jedoch genau verglichen werden. Hier gibt es viele Leistungsunterschiede.
Infos und Vergleichsrechner zur privaten Krankenversicherung

fes

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