Studentenjobs 2.0

Normale Studentenjobs haben manchmal einige Nachteile. Die euphemistisch angepriesenen Studentenjobs mit „flexiblen Arbeitszeiten“, „dynamischem Umfeld“ und „marktkompatiblen Löhnen“ sind leider zeit- und vor allem energieintensiv. Dazu kommen eventuell lange Wegstrecken bis zum Jobstandort. Besser wäre es für viele Studenten, wenn sie die Arbeit von Zuhause aus erledigen könnten, ohne den Strapazen gewöhnlicher Studentenjobs ausgesetzt zu werden.

Symbolbild Heimarbeit / von zuhause aus arbeiten | BlogStudent.de

Symbolbild Heimarbeit ‚© Rainer Sturm / pixelio.de’

Der Anteil solcher Stay-at-Home-Jobs ist zwar momentan noch klein, wird aber immer größer. Vor allem im IT-Bereich gibt es eine große Nachfrage nach sogenannten Freelancern.

Der Grund für diese steigende Nachfrage ist eigentlich kein besonders erfreulicher. Während der Finanzkrise schränkten viele Unternehmen ihre Operationen weltweit ein. Darunter hatten unter anderem auch die Informatiker zu leiden. Unternehmen hatten kein Geld mehr, um eine große Anzahl von Informatikern fest anzustellen, also benutzen sie seit kurzem den Service von sogenannten „Projektvermittlungsplattformen“, um einzelne Projekte zu bearbeiten. Diese Plattformen leiten die Projekte wiederum an Programmierer weiter, die diese Projekte von Zuhause aus bearbeiten.

Eine solche Projektvermittlungsplattform ist Twago.

Twago ermöglicht es Freelancern aus mehreren Projekten das passende auszuwählen und sich für dieses direkt beim Arbeitgeber/Projektanbieter zu bewerben. Das geht nicht nur sehr schnell, sondern bietet Studenten auch die Möglichkeit erste Berufserfahrungen zu machen. Sie erhalten dadurch Einblicke in die Projekte von Unternehmen, was für das spätere Berufsleben nützlich sein kann. Von der Übersetzung eines Textes ins Englische bis zum Designen einer Website oder eines Programmes sind Projekte aller Art für alle Ansprüche vorhanden.  Ein IT-enthusiastischer Student sollte vorzugsweise gute Englischkenntnisse mitbringen, da die Abwicklung von vielen internationalen Projekten auf Englisch läuft.

Für den Erfolg dieses Konzeptes bürgt die Erfolgsstory der Vermittlungsplattform selbst: Inmitten der Finanzkrise als kleines, 3-köpfiges Unternehmen gegründet, wächst das Unternehmen rasant. Im März 2011 waren 20 Mitarbeiter bei der Plattform angestellt – Tendenz steigend. Die Anzahl der Projekte steigt monatlich etwa um 40 %. Die Beratungsfirma McKinsey prognostiziert, dass der Online-Outsourcing-Markt bis 2020 um 500 % wächst. Auch Investoren scheinen auf das Unternehmen aufmerksam geworden zu sein. So hat eine Frankfurter Investorengruppe vor kurzem eine sechsstellige Summe in das Unternehmen investiert.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern Studenten auch noch in 10 Jahren als Projektabnehmer für twago relevant sein werden, fest steht jedoch, dass studentischen Freelancern der Markt im Moment weit offen steht.

Thomas Wilopo

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