Studentenstädte VI: Bochum

Bochum gilt vielen als wenig attraktive und beachtete Studentenstadt. Zu Unrecht, denn die Stadt im Herzen des Ruhrgebiets hat viel zu bieten und dabei vor allem eine gute Infrastruktur für Studenten, die im Ruhrgebiet in einer aufregenden und bodenständigen Kultur- und Wirtschaftsmetropole leben.

Symbolbild Bochum (U-Bahn) | BlogStudent.de

Symbolbild Bochum (U-Bahn) ‚© Lars Paege / pixelio.de'

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist Deutschlands größte Campus-Uni und gehört zu den forschungsstärksten Hochschulen des Landes. Hier allein sind über 30.000 Studenten aus aller Welt eingeschrieben. Herbert Grönemeyer gehört zu den bekanntesten Absolventen der RUB und hat Bochum musikalisch deutschlandweit bekannt gemacht. Gleich neben der Ruhr-Uni findet sich die Fachhochschule Bochum, die sich heute einfach Hochschule Bochum nennt. Hier sind noch einmal 4000 Studenten eingeschrieben. Daneben hat Bochum vier weitere Hochschulen sowie die Schauspielschule Bochum.

Rund um die Ruhr-Universität findet sich eine gute Infrastruktur zum Wohnen, Einkaufen und Leben. Gleich neben dem Campus ist mit dem Uni-Center ein Einkaufszentrum mit vielen Geschäften, Gastronomiebetrieben, Arztpraxen und Studentenwohnheimen. Ebenfalls an den Campus grenzt der Stadtteil Hustadt, der als Wohnquartier für Studenten und Mitarbeiter angelegt wurde. In Bochum wohnt es sich vergleichsweise günstig bei einer Durchschnittsmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter.

Durch die U35 ist Bochums Campus zu den Hauptverkehrszeiten im Fünf-Minuten-Takt an den Hauptbahnhof angebunden. Daneben verkehren zahlreiche Busse. Die Universität selbst ist mit einem riesigen unterirdischen Parkhaus ausgestattet. Diese gute Verkehrsanbindungen sind auch unbedingt nötig, denn viele der Bochumer Studenten leben in anderen Städten des Ruhrgebiets und pendeln zu den Bochumer Hochschulen.

Auf dem Campus der Universität finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Kurse, Festivals und Vortragsreihen statt, die jedem offenstehen. Zudem gibt es eine Uni-Zeitung und einen eigenen Radio-Sender, den Campussender “CT das radio“. Studierende können außerdem kostenlos die Angebote des Hochschulsports nutzen, die von Aerobic über Tauchen bis zum Fechten reichen.

Auf dem Campus finden sich der Botanische Garten der RUB und der japanische Garten, die am Wochenende viele Ausflügler anziehen und tagsüber Studenten und Uni-Angestellten als Erholungsort in der Pause dienen. Südlich der Parks liegen die Naherholungsgebiete Lottental und Kemnader See. Der Kemnader See lädt im Sommer zu Wassersport ein. Naturnahe Erholung bieten auch der denkmalgeschützte Stadtpark im Herzen der Stadt und die Wege entlang der Ruhr. Entspannen oder Feiern kann man in einer der bekanntesten Kneipenmeilen im Revier, dem Bochumer Bermuda3Eck mit über 75 Gastronomieangeboten und einer Diskothek. Im Sommer verwandelt sich die Fußgängerzone hier in einen gigantischen Biergarten. Kultur findet man auf einer der rund 40 Theaterbühnen, im Planetarium sowie in den Museen wie dem Bergbau-Museum. Fast alle bürokratischen Angelegenheiten erledigt man im Bürgerbüro, das dafür sogar samstags öffnet.

Bochumer Studenten erhalten ein vergünstigtes Semesterticket, mit dem sie freie Fahrt im gesamten VRR-Verkehrsraum haben, sodass Städte wie Dortmund, Essen oder Düsseldorf kostenlos und in Minuten angesteuert werden können. Hier warten Weltkulturerbestätten wie die Zeche Zollverein oder die Edel-Einkaufsstraße Königsallee in Düsseldorf.

Bochum vereint insgesamt also Vorteile von zwei verschiedenen Typen von Studentenstädten. Es hat einerseits die Infrastruktur einer Großstadt und dennoch stellen Studenten einen beachtlichen Anteil der Einwohner, sodass auch der typische Flair einer Studentenstadt nicht verloren geht.

Zurück zur Startseite