Telekom – Rückschritt statt Fortschritt

Wir leben in einer Welt voller technischer Innovationen. Eine der größten Errungenschaften der Neuzeit war zweifelsohne das Internet. Dadurch sind Menschen, die tausende Kilometer weit voneinander entfernt wohnen, etwas näher zusammen gerückt und manchmal erscheint die gesamte Welt plötzlich nur noch wie ein kleines Dorf.

Symbolbild Internetverbindung | BlogStudent.de

Symbolbild Internetverbindung ‚© Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de‘

Das Internet ist nicht mehr wegzudenken

Fast jeder benutzt das Internet heutzutage und das nahezu selbstverständlich. Ob zur Bildung (z.B. zu Recherche-Zwecken für die Schule oder fürs Studium), um schnell Pizza zu bestellen, wenn man unter der Woche wegen langen Vorlesungen mal wieder nicht zum Einkaufen kam, oder aber um sich mit Freunden aus der Uni via Facebook zu verabreden. Aber es geht noch weiter: Mittlerweile hören wir Musik online via Napster oder Spotify und schauen Fernsehen via Maxdome, Lovefilm oder Everwatch. Auch Computerspiele zockt man heutzutage oftmals online mit Millionen anderer Mitspieler. Natürlich kauft man die Spiele nicht mehr im Laden, sondern online bei Steam.

Geschwindigkeit eröffnet Möglichkeiten

All diese Dienste sind möglich geworden, weil das Internet mit der Zeit immer schneller geworden ist. An die langsamen Verbindungen über die Telefondose erinnert sich in Zeiten von DSL kaum noch jemand. Die Mbit-Zahl, mit der die Daten durchs Internet gejagt werden, wird immer größer und ist vor allem für den Kunden auch bezahlbar. Mittlerweile sind 16-100 Mbit Anschlüsse je nach Region für unter 50 Euro inkl. Telefonanschluss zu haben.  Da fällt es natürlich leicht, Filme in HD zu schauen und komplette Spiele bei Steam herunter zu laden. Beachten muss man dabei quasi nichts, schließlich handelt es sich bei den Internet-Tarifen um Flatrates.

Aus und vorbei

Das mit den Flatrates scheint jedoch nun vorbei zu sein. Denn die Telekom will zurück zu dem Punkt, wo alles einmal begann: Künftig wird die Telekom ihren Neukunden keine Flatrates mehr verkaufen, sondern nur noch volumenbasierte Tarife. Das bedeutet: Wer mehr als die vertraglich vereinbarten Gigabytes verbraucht, dessen Anschluss wird bis zum nächsten Monat stark gedrosselt. Bestandskunden bleiben bis 2016 von dieser Änderung zunächst unberührt, doch spätestens dann sollen die Verträge ebenfalls aktualisiert werden. Und dann ist der Traum vom grenzenlosen und schnellen Internet ausgeträumt. Zumindest bei der Telekom.

Internet mit Limit? Nein Danke!

Denn sind wir mal ehrlich: Im kleinsten Tarif bietet die Telekom 75 GB pro Monat an und meint, dass dieses Volumen für ca. 16 Stunden Online-Gaming pro Monat reicht. Wenn man jedoch einen durchschnittlichen Online-Zocker fragen würde, wie viel Zeit er pro Tag (!) im Spiel verbringt, sind 2-4 Stunden keine Seltenheit, viele MMO-Spieler (z.B. World of Warcraft) kommen aber deutlich über diese Stundenzahlen hinaus. Und für andere Online-Hobbys oder auch Berufe gilt das genauso. Wenn wir beispielsweise einen Pokerspieler nehmen, dann lohnt es sich für diesen, online angeschlossen zu sein, anstatt Tourniere oder Casinos zu besuchen. Über die letzten Jahre sind viele Online-Berufe entstanden, die mühsame Reisen in weit entfernte Städte und Ländern ersetzt haben. Jedenfalls bei solchen intensiven Internetnutzern wäre das GB-Kontingent in einer (!) Woche verbraucht. Und da wurde noch keine Musik gehört, kein HD-Film geschaut und kein Spiel herunter geladen. In Zeiten, wo mittlerweile vieles in der Cloud stattfindet und man sich größere Datenmengen hin und her mailt, möchte ich nicht mehr auf mein Daten-Volumen achten. Ich möchte so viel und solange online pokern, Videos auf YouTube anschauen und Videokonferenzen abhalten, wie ich will.

Andere Provider wählen

Zum Glück haben derzeit andere Provider nicht das gleiche vor wie die Telekom. Intensive Internetnutzer und bisherige Telekom-Kunden, die weiterhin sorglos mit einer Flatrate surfen wollen, müssen sich wohl bald nach anderen Anbietern umschauen. Doch eventuell können wir das gemeinsam ja noch stoppen: Denn derzeit laufen Petitionen gegen die Internet-Drossel. Mit genügend Unterschriften können wir uns Gehör verschaffen. Also unterschreiben und protestieren, damit die Telekom einsieht, dass diese Idee mal wirklich in die unterste Schublade gehört. Zu allem Überfluss soll das vebrauchte Volumen beim eigenen Streaming-Dienst „Entertain“ zum verbrauchten Tarifvolumen nicht hinzu zählen. Für andere Streaming-Anbieter soll diese Ausnahmen hingegen nicht gelten. Ob das rechtlich haltbar ist, werden Gerichte entscheiden müssen.

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