Lottogewinn: Wie sieht es mit dem Bafög aus?

Bafög ist eine gute Sache. Diese soziale Leistung ermöglicht es vielen Menschen ein Studium aufzunehmen, obwohl ihre eigentliche finanzielle Lage dies eigentlich nicht zulassen würde. Da aber jeder ein Recht auf Bildung besitzt, wurde das Bafög eingeführt. Zugeteilt wird das Bafög auf Grundlage unterschiedlicher Komponenten, wie zum Beispiel Einkommen der Eltern, Vermögen oder eigenes Einkommen. Der Höchstsatz kann daher bis zu 670 € monatlich betragen, je nachdem welche Anforderungen erfüllt werden. Die Hälfte des Bafögs erfolgt bei Studenten in der Regel als Darlehen. Die Rückzahlung beginnt erst 5 Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer, also normalerweise einige Zeit nach dem Ende des Studiums. So besteht für die Studenten genügend Zeit, um einen Job zu finden. Rund 671.000 Studenten bezogen im Sommersemester 2013 Bafög in einer Durchschnittshöhe von ungefähr 400€.

Symbolbild Lottogewinn | BlogStudent.de

Symbolbild Lottogewinn ‚© Andreas Morlok / pixelio.de‘

Was tun, wenn ich einen größeren Geldbetrag gewinne?

Doch was passiert, wenn nun ein glücklicher Zufall eintritt und man während des Bezugs von Bafög eine größere Geldsumme gewinnt? Auch wenn die Chancen zu gewinnen gering sind, so gibt es doch immer wieder glückliche Gewinner, die einen Millionen-Jackpot knacken. Möglichkeiten das Glück zu versuchen gibt es viele. Ob im Casino, beim Pokern oder im Lotto (immer beliebter werden zum Beispiel private Online-Lotterien wie Lottoland.com), Angebote gibt es viele. Im Gewinnfall ist die Freude groß. Doch muss ich dies beim Bafög-Amt melden? Wird mir dann mein Bafög gestrichen, oder darf ich es weiter beziehen?
Zunächst einmal die Enttäuschung: Ja, ein größerer Geldgewinn muss dem für das Bafög zuständige Amt gemeldet werden. Positiv daran ist jedoch, dass es erst bei der Berechnung des neuen Betrages berücksichtigt wird. Dann wird der gewonnene Betrag als Vermögen berechnet. Hier besitzt man jedoch einen „Freibetrag“ von 5.200€. Anders verläuft es mit den Zinsen, die ein hoher Geldgewinn erwirtschaftet. Diese werden direkt mit berücksichtigt, auch wenn der Geldgewinn im Laufe eines Semesters stattfindet. Sie werden als Einkommen berechnet. Im folgenden Semester, wenn ein neuer Antrag auf Bafög eingereicht werden muss, sollte man jedoch, je nach Größe des Geldgewinns, damit rechnen, dass der Antrag aufgrund zu hohem Vermögen abgelehnt wird.

Geldgewinn der Eltern – hat dies Konsequenzen für mich?

Wenn die Eltern einen hohen Gewinn erhalten, verhält es sich etwas anders. Natürlich wird auch das Vermögen der Eltern mit berücksichtigt, allerdings können die Berechnungskomponenten trotzdem zu Gunsten des Bafögs-Antrags ausfallen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn mehrere Kinder noch schulpflichtig sind oder studieren und so mehr Unterstützung der Eltern verlangt wird. Das Verschweigen eines größeren Geldgewinnes oder die Angabe von falschen Daten können dazu führen, dass die Förderung durch Bafög eingestellt wird und eventuell sogar noch eine Strafe entrichtet werden muss. Die Angabe korrekter Daten sollte daher unbedingt beachtet werden. Eine Ausnahme bei der Auswirkung von Geldgewinnen der Eltern bietet das elternunabhängige Bafög, welches unter speziellen Regeln und Bedingungen zugeteilt wird.

Falls es also zu einem Lottogewinn oder einem anderen Gewinn eines größeren Geldbetrages kommen sollte, steht einem das Bafög solange noch zu, bis der Antrag neu gestellt werden muss. Es kann aber zu einer Verringerung der Geldmenge kommen, da die Zinsen des Geldbetrages als Einkommen berechnet werden.

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