Der Einfluss des Mobilitätswandels auf das Studentenleben

Im Februar wurde hier bereits das Thema Mitfahrgelegenheit als günstige Alternative zu Bus und Bahn für Studenten behandelt. Diese Entwicklung bietet Studenten nicht nur in Bezug auf günstige Reisemöglichkeiten ein chancenreiches Umfeld. Die Veränderung in der Art der Personenbeförderung hat auch Einfluss auf die Auswahl der Studiengänge sowie Berufsaussichten.

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Gilles Francois auf Flickr (lizenziert unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de)

Mobilitätswandel

Die Hintergründe des Mobilitätswandels sind vielschichtig. Zum einen lässt sich eine geringere Anzahl an PKW-Neuanmeldung verzeichnen, zum anderen gewinnen alternative Angebote immer mehr an Bedeutung. Gründe hierfür sind einerseits die Abnahme des Autos als Statussymbol sowie die steigenden Benzinkosten.

Aber auch Urbanisierung, stärker ausgebaute Car-Sharing- sowie Mitfahrgelegenheitsangebote und ein verstärktes Klimabewusstsein tragen ihren Teil dazu bei. Aus diesen Veränderungen im Personenverkehr haben sich im Laufe der Zeit Herausforderungen an Politik und Wirtschaft entwickelt, die Studenten interessante Möglichkeiten in Bezug auf Studienwahl und Karrierechancen bieten.

Entwicklung neuer Studienangebote

Viele Hochschulen haben mit veränderten bzw. gänzlich neuen Studienfächern reagiert. So bietet beispielsweise die Universität Stuttgart Masterstudiengänge im Bereich Elektromobilität an. Dies ist jedoch nicht die einzige Hochschule. E-Mobilität kann auch in München, Bochum und Chemnitz studiert werden. Des Weiteren wird an der Technischen Hochschule Nürnberg „Urbane Mobilität“ für den Master of Engineering (M. Eng.) Abschluss angeboten. Dieses Studienfach berücksichtigt sowohl Umwelt- und Wirtschaftsfaktoren wie auch Ortsveränderungsprozesse sowie technische Neuerungen.

Des Weiteren wird der Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs immer stärker als wissenschaftliche Disziplin etabliert. Die Uni Kassel bietet seit dem Wintersemester 2013/14 den Studiengang „ÖPNV und Mobilität“ an, in dem zukünftige Führungskräfte für diesen Bereich ausgebildet werden. Besonders interessant könnte dieses für Studenten in puncto langfristige Berufsaussichten sein, da der Bedarf an diesem akademischen Fach, laut des Fachgebietsleiters, direkt von der Wirtschaft bekundet wurde.

Jobaussichten

Durch die hohe Nachfrage an geschultem Personal in den Bereichen Verkehr und Personenbeförderung bieten sich natürlich sehr zuversichtliche Job- und Karriereaussichten. Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen sieht große Chance für „junge Leute“. Zum einen wird in den kommenden fünf Jahren etwa ein Drittel der Führungskräfte in den Ruhestand gehen, zum anderen ist der Bereich Verkehr so vielschichtig, dass die Jobaussichten für Studenten aus IT, kaufmännischen sowie technischen Disziplinen in gleichem Maße interessant sein kann.

Nicht nur die Nachfrage aus dem öffentlichen Sektor steigt. Der Bedarf nach qualifizierten Absolventen wird gerade aufgrund der Ausbreitung von Car-Sharing Angeboten in vielen Großstädten sowie starker Investitionen in Fernbuslinien und des daraus resultierenden Konkurrenzkampfes mit der Bahn wachsen. Dieser Wettbewerb und die steigenden Anforderungen in Bezug auf Rentabilität sowie Nachhaltigkeit bieten aufgeschlossenen und gut ausgebildeten Absolventen viele Entfaltungsmöglichkeiten in der Wirtschaft.

Fazit

Verkehr und Mobilität bieten auf Grund der starken Wandlung in den vergangenen Jahrzehnten interessante Studienmöglichkeiten sowie spannende Jobaussichten sowohl in der Wirtschaft, wie auch im öffentlichen Sektor. Auch wenn der eigene Studiengang keinen Bezug zu Personenmobilität hat, kann sich unter Umständen ein Praktikum in dem Bereich lohnen. Dies könnte auch für Geisteswissenschaftler beispielsweise in der Städteplanung von Interesse sein.

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