Seminararbeit: 7 goldene Schreibregeln für eine Top-Note

Auch wenn es sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass wissenschaftliche Sprache nicht verschwurbelt sein muss – du selbst sitzt nun da nach deiner Recherche und fragst dich: worauf muss ich denn nun konkret achten, damit meine Seminararbeit den Prof begeistert? Warum möchtest du den ganzen Tag sitzen? Sie können leicht learing und immer bereit für große Tests auf diesem website.

Das zeige ich dir hier!

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Hausarbeit oder Seminararbeit: Schreibregeln helfen ‚© Simone Hainz / pixelio.de‘

1. Bau keine Bandwurmsätze!

Überlange Sätze sind typisch für Schreiber, die ihre Gedanken nicht auf den Punkt bringen können. Wenn du beherzigst, dass ein idealer Hauptsatz 15 bis 20 Wörter enthält, wirst du kaum Gefahr laufen, ein solches Satzmonster zu produzieren. Dazu noch zwei Tipps:

Verhältnis von Haupt- und Nebensatz – erste Wahl ist immer der Hauptsatz. Ganz wichtig: er sollte die Hauptsache enthalten. Nebensätze sind untergeordnet und dazu da, über Bedingungen und Umstände des Hauptgegenstandes zu informieren (mehr über die Kategorien von Nebensätzen findest du in meinem kostenlosen E-Book)

Position des Nebensatzes – wenn Nebensätze an den Hauptsatz angehängt werden, unterbrechen sie am wenigsten den Lesefluss. Wenn du sie in den Hauptsatz einfügst, achte darauf, dass nicht zwei Nebensätze hintereinander folgen.
Hier ein gelungenes Beispiel für beide Varianten aus einer philosophischen Seminararbeit:

Unser Denken ist also extrem eingeschränkt, da wir alles, was nur teilweise nicht in unser Bild passt, sofort aussortieren. Die Frage, die sich mir jetzt stellt, beschäftigt sich damit, ob sich das gerade Erwähnte auch auf unsere Sprache auswirkt.

 

2. Vermeide Nominalisierungen!

Um zu sagen, was du sagen willst, solltest du vor allem die drei Grundwortarten verwenden: Substantiv (auch Nomen genannt), Verb und Adjektiv. Eine Tätigkeit wird mit einem Verb benannt. Äh, das ist doch klar, denkst du jetzt? In wissenschaftlichen Abhandlungen lässt sich aber immer wieder das Gegenteil finden: Tätigkeiten werden mit Nomen beschrieben.

Aufgrund der Unterstützung der Energiezufuhr durch Turbinen arbeiten die Anlagen jetzt effektiver.

In diesem holperigen Satz muss der Leser das Verb unterstützen aus dem Nomen Unterstützung herausschälen – ärgerlich. Besser gleich so:

Weil Turbinen die Energiezufuhr unterstützen, arbeiten die Anlagen jetzt effektiver.

Übrigens: Nomen auf „-ung“ sind immer von Verben abgeleitet. Benutze besser direkt das Verb. Schreibe also statt: eine Überlegung anstellen – überlegen, statt Entscheidungen treffen – entscheiden, statt zum Ausdruck bringen – ausdrücken.

 

3. Geh sparsam mit dem Passiv um!

Der Text wird von den Studenten gelesen.

In diesem Passivsatz gibt es eine handelnde Person, die Studenten. Und die sollten dann auch das Subjekt sein und nicht der Text. Das funktioniert nur in einem Aktivsatz:

Die Studenten lesen den Text.

Ein anderes Beispiel:

Von Seiten der Mediziner wird eine große Chance darin gesehen, dass ….

Sperriger geht es kaum. Leserfreundlich ist nur die Aktiv-Variante:

Die Mediziner sehen eine große Chance darin, dass …

Eine Passivkonstruktion ist nur dann sinnvoll, wenn der Akteur nicht bekannt oder unwichtig ist:

Der Bahnhof wird um 22.00 Uhr geschlossen.

Also: schreib möglichst im Aktiv, benenne das Subjekt. Sätze im Aktiv sind dynamischer und verständlicher.

 

4. Hab acht vor der Adjektivitis!

Mit Adjektiven können wir kurz und knackig Eigenschaften eines Substantivs benennen und dieses von anderen unterscheiden. Aber: meistens benutzen Schreiber erstens zu viele und zweitens überflüssige Adjektive. Denk dran: dein Dozent hat noch andere Seminararbeiten zu lesen als nur deine und freut sich über jedes gesparte Wort. Da wären zunächst die weißer Schimmel-Adjektive. Sie sind ein eindeutiger Fall für den Papierkorb. Denn ihre Information ist bereits im Substantiv enthalten, so dass wir eine Tautologie (Doppelung) erhalten:

Der Verkehr kam zum völligen Stillstand.

Das konnte er mit absoluter Gewissheit sagen.

Beide Adjektive sind … nee, nicht absolut, nur: überflüssig. 😉
Denn Stillstand ist Stillstand und Gewissheit bleibt Gewissheit. Entbehrlich sind auch Adjektive in eingerosteten Wortkombinationen wie diesen hier:

Auf dem Gebiet gibt es noch erheblichen Bedarf an Fachkräften.

Das Ergebnis war eine große Enttäuschung für die Projektteilnehmer.

Frag dich bei jedem eingetippten Adjektiv: existiert auch das Gegenteil? Wenn ja: stehenlassen. Ändert sich der Sinn des Satzes, wenn ich es weglasse? Wenn nein: streichen.

 

5. Mach einen Bogen um Blähwörter!

Nimm nicht das Geschwafel aus den Medien auf.
Ein typisches Beispiel:

Im Bereich der Technologie sind Verbesserungen notwendig.

Mehr Blabla geht kaum. Hier der Klartext-Satz:

In der Technik sind Verbesserungen notwendig.

Nee, Gebiet oder Ebene sind als Alternativen für den inhaltsleeren Bereich auch nicht besser. 🙁

Reine Blähwörter sind auch die Adjektive mit der Endung „-weise“ wie vergleichsweise oder möglicherweise. Noch ein kleines Wort zu beziehungsweise /bzw. : wenn es denn schon sein muss, achte unbedingt darauf, dass es wirklich um die Beziehung auf zwei Sachen geht. Wenn du ein und einsetzen kannst, ist bzw. nämlich falsch. Besser ist sowieso meistens ein oder.

 

6. Und um Phrasen ebenso!

Anders formuliert … Mit anderen Worten … Besser gesagt … solche Phrasen entlarven den unsicheren Schreiber. Hiermit zeigst du nur, dass du deiner eigenen Ausdrucksfähigkeit nicht traust und dir nicht sicher bist, ob du wirklich das gesagt hast, was du sagen wolltest. Bring direkt beim ersten Anlauf die Sache auf den Punkt!

Und lass solche pointierten Formulierungen wie Daraus resultiert … Fakt ist … Zusammenfassend ist festzuhalten … nicht zu Phrasen verkommen, indem du den Text einfach weiter plätschern lässt. Nach solchen Ankündigungen sollte auch wirklich ein (Zwischen-)Resümee folgen.

 

7. Sei geizig mit Fremdwörtern und Fachbegriffen!

Glaubst du, ein durchschnittlich gebildeter Leser versteht die implizite Metaphorik? Nein? Dann schreibe besser von der eingeschlossenen Bildersprache. Sei dir im übrigen auch bewusst: wenn du Fremdwörter benutzt, bewegst du dich auf Glatteis. Oder weißt du auf Anhieb zu sagen, was der Unterschied zwischen tendenziös und tendenziell ist? Oder zwischen effizient und effektiv?
Zu viele Fremdwörter lassen außerdem einen gestelzten Sprachstil entstehen. Suche also möglichst oft die deutsche Entsprechung.

Und noch ein Wort zu Fachtermini: ja, du kannst Sie verwenden, aber bitte sparsam! Auch dein Prof will nicht zum hundertsten Mal vom Diskurs lesen, sondern, je nach Kontext, mal von einer Abhandlung oder einem Gespräch. Benutze also so oft wie möglich schlichte, allgemein verständliche Begriffe.

 

Fazit:

Auch wenn es schwerfällt, akademisch klingende Wort- und Satzkreationen loszulassen:

Tu es!

Fremdwörter, Nominalisierungen, viel Fachvokabular – all das lässt dich nicht klüger oder sprachgewandter erscheinen. Im Gegenteil. Dein Dozent, erkennt die heiße Luft in deinen Sätzen und wird schneller die Lust an deinem Text verlieren als du „Nominalstil“ sagen kannst. Dabei ist es so einfach, ihm ein Lesevergnügen zu bereiten!

 

Autorin:

Dr. Gabriele Frings ist Schreibtrainerin, Autorin und Publizistin. In ihrem Blog findest du fundierte, wertvolle Schreibcoaching-Tipps, die dich bei deinen Seminararbeiten ebenso wie bei deiner Bachelor- und Masterarbeit begleiten.

http://www.schreibenundleben.com/blog

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