Offizielle Anerkennung von Fremdsprachenkenntnissen

Das Beherrschen einer zweiten oder sogar einer dritten Fremdsprache kommt Studierenden nicht nur beim Bereisen und Entdecken fremder Länder, sondern vor allem auch im Berufsalltag zu Gute. Arbeitnehmer achten verstärkt auf die Fremdsprachenkenntnisse der Absolventen, denn die Kommunikation mit ausländischen Geschäftspartnern oder die Expansion an neue Standorte soll mit Hilfe mehrsprachiger Mitarbeiter reibungslos ablaufen.

Symbolbild Englisch lernen | BlogStudent.de
Symbolbild Englisch lernen ‚© Maria Lanznaster / pixelio.de’

Es gibt eine Reihe von offiziellen Prüfungen, mit denen Sprachkenntnisse gemessen werden können und die von Arbeitgebern wie Institutionen weltweit anerkannt werden.  Mit einem Zertifikat in den Bewerbungsunterlagen lassen sich Sprachkenntnisse zuverlässig nachweisen.

Sprachreisen zu unternehmen oder Englisch zu lernen ist zwar sinnvoll und den Fremdsprachenkenntnissen äußerst förderlich, einen offiziellen Nachweis über ihr Sprachniveau haben die Studierenden aber nur dann, wenn sie auch ein entsprechendes Zertifikat vorweisen können.

Vorbereitungskurse im Ausland

Offizielle Sprachprüfungen werden nicht nur in Englisch, sondern auch in Russisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch, Französisch, Chinesisch etc. angeboten. Sich bei einem Sprachaufenthalt im Ausland auf diese Prüfungen vorzubereiten macht auf jeden Fall Sinn. Viele Kurszentren im Ausland bieten spezielle Prüfunsgvorbereitungskurse an, für deren Teilnahme in der Regel gewisse Mindestkenntnisse verlangt werden.

Über die zahlreichen renommierten Sprachreiseanbieter im deutschsprachigen Raum können die Prüfungsvorbereitungskurse gebucht werden. Die Dauer bzw. der Aufbau des Vorbereitungskurses hängt wiederum vom Kurszentrum ab. Gewöhnlich können die Studierenden wählen, ob sie in offenen oder geschlossenen Gruppen, von einem Privatlehrer in Einzelstunden, einer Minigruppe oder in Kombination mit einem allgemeinen Sprachkurs unterrichtet werden möchten. Hauptziel der Vorbereitungskurse ist neben dem Erreichen des notwendigen Sprachniveaus auch das Vertrautwerden mit der Art und dem Ablauf der Prüfung.

TOEFL und TOIC – die wichtigsten Leistungsgnachweise im

englischsprachigen Raum

TOEFL und TOEIC, so lauten die Abkürzungen für die zwei wichtigsten Diplome der USA. Der TOEFL (Test of English as a Foreign Language) und der TOIC (Test of English in International Communication) sind weltweit anerkannt.

Der TOEFL ermittelt mit Hilfe eines  Multiple-Choice-Fragebogens die Sprachkenntnisse der Teilnehmenden. Um an einer englischsprachigen amerikanischen oder kanadischen Universität studieren zu können ist das TOEFL-Zertifikat nötig. Auch um eine Karriere bei einem internationalen Konzern starten zu können, wird TOEFL als Nachweis für die Englischkenntnisse benötigt. Neben Hörverständnis werden Leseverständnis, mündlicher Ausdruck und schriftlicher Ausdruck bewertet. Der TOEFL-Test kann am Computer (Dauer 4,5h) bzw. in Papierform (Dauer 3,5h) abgelegt werden.

Der TOEIC ist die internationale Norm für die Bewertung der Englischsprachkenntnisse im Bereich Wirtschaft und Kommunikation. Auch hier werden Multiple-Choice Fragen zur Bewertung der Teilnehmer herangezogen. Auch dieser Test wird von Hochschulen und internationalen Arbeitgebern immer öfter gefordert. Wieder sind vier Teile zu absolvieren. Im  Rahmen des Hörverständnisteils sind 100 Fragen in 45 Minuten zu beantworten. Die Fragen  werden zu kurzen Audioaufzeichnungen oder  kurzen Reden gestellt. Beim Leseverständnis sind wieder 100 Fragen, diesmal in 75 Minuten zu beantworten. Fehler zu erkennen, Sätze korrekt  fortzuführen und vorgegebene Texte zu verstehen sind hier die Fähigkeiten, die abgeprüft werden.  Um schriftlichen und mündlichen Ausdruck zu beweisen, haben die Studierenden 80 Minuten. Neben dem Verfassen kurzer Beschreibungen und Berichte muss ein Text vorgelesen, ein Bild beschrieben, und auf Fragen der Prüfungsperson geantwortet werden. 990 Punkte ist die höchste zu erreichende Punktezahl beim TOEIC.

Wichtige Links zu TOEFL und TOIC

Alles über den TOEFL  – von Testzentren, über Kosten etc. finden Interessierte hier. Mehr zum TOIC gibts hier.

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26 Gedanken zu „Offizielle Anerkennung von Fremdsprachenkenntnissen“

  1. Ich habe damals beim TOEIC Test für das Training und die Prüfung fast 400€ bezahlt, da viele Arbeitgeber dieses gefordert haben. Im Nachhinein hat mir das Zertifikat schon einige Türen geöffnet, da gerade die großen Unternehmen da sehr viel Wert darauf legen.
    Gruß Bob

  2. Ich denke schon, dass solche Zertifikate sinnvoll und hilfreich sein können. Ich selbst habe keines davon und habe trotzdem ein recht passables Business Englisch. Bei meinem letzten Bewerbungsgespräch hat der Personalmensch einfach mitten im Gespräch die Sprache gewechselt, und so hatte ich die Chance, mein Können unter Beweis zu stellen. Aber so etwas kommt wahrscheinlich eher selten vor.

  3. Warum dauert der TOEFL Test am PC denn eine Stunde länger? Hat das was damit zu tun, dass die Augen Informationen auf Gedrucktem besser aufnehmen? Ansonsten sehr interessanter Artikel!

  4. @Hannes
    Für die Beantwortung der Frage muss ich noch paar Zusatzinfos liefern, die so nicht im Artikel stehen:
    Den TOEFL-Test gibts in zwei Varianten: TOEFL PBT (Paper Based Test) und TOEFL iBt (internet-based Test)
    Der Test in Papierform ist insgesamt etwas anders konzipiert, deshalb auch die unterschiedliche Zeit. Die Papierform wird aber nach und nach in allen Ländern abgeschafft und die iBt-Version eingeführt.

  5. @Bob: Genau die Erfahrung hab ich auch gemacht. Gerade große Internationale Unternehmen legen viel Wert auf ein Zertifikat für die Englische Sprache. Und persönlich hat es mich natürlich auch weitergebracht, da man die Sprache danach viel bewusster einsetzt.

  6. @Frank

    mir ist dasselbe passiert. Hatte mal ein Bewerbungsgespräch wo die das sogar explizit nachgefragt haben, weil ich es vergessen hatte als beglaubigte Kopie beizulegen *schande über mein haupt*…

    aber bin dann sowieso zunem besseren arbeitgeber gekommen 😉

  7. Ich kann das auch nur empfehlen, ohne diesen Test geht es heute nicht mehr. Man muss aber nicht so viel ausgeben, man kann auch das Buch kaufen und sich vorbereiten.

  8. @Robert
    Kann auch ganz schnell passieren dass das Bewerbungsgespräch in der Fremdsprache gehalten wird. Da man in dieser Ausnahmesituation ohnehin nervös ist, kann das selbst für einen Routinier etwas unangenehm werden.

    Leistungsnachweise machen für mich deshalb schon Sinn, um als Unternehmen eine sinnvolle Vorauswahl treffen zu können.

  9. Ich glaube dass die Cambridge Prüfung genau so wichtig wie die TOEFL ist. Um ehrlich zu sein, bin ich sogar der Meinung dass die Cambridge Prüfung sogar besser ist, da sie nicht nur 5 bis 7 Jahre gültig ist. Seid ihr nicht der selben Meinung?

  10. @Rebecca:
    Nein, der Meinung bin ich nicht. Es ist gerade ein Nachteil des Cambridge Tests, dass er so lange gültig ist. Denn was sagt ein Test über meine heutigen Fähigkeiten aus, den ich nach einem Auslandsaufenthalt in meiner Jugend absolviert habe?

    Als Studentin kann ich sagen, dass der TOEFL von den allermeisten Institutionen bevorzugt wird, genauer der TOEFL Computer Based. Es gibt da auch klasse Bücher zum vorbereiten, sodass man mit ein wenig Übung schon min. 90 der 120 möglichen Punkte erreichen sollte.

  11. TOEFL ist zwar schön und gut, nützt aber im Grunde nur, wenn man in den USA und einigen anderen Ländern studieren möchte. In eine Bewerbungsmappe eines international agierenden Unternehmens gehört aber das Cambridge Certificate.

  12. Ich hab selber Cambridge gemacht (leider nur FCE und nicht CAE), und stehe im Moment vor dem tollen Problem, dass überall TOEFL verlangt wird und ich mir mein FCE-Zertifikat an die Backe nageln kann… hätt ich das mal früher gewusst. Fänds ja mal gut, wenn man da EIN einheitliches System hätte.

  13. Herbert, das kommt eher oft vor. Einerseits scheint es mir auch normal, aber andererseits, wenn auch die Person mit der man das Gespräch hat selber nicht gut die Sprache beherrscht, ist es peinlibch ..

  14. Ich sehe das mit der CAE Prüfung auch so. Wir sind gezwungen die Prüfung so früh wie möglich abzulegen und am Ende, nach 10 Jahren, ist man sicher mit dem Ergebnis unzufrieden. Yuck!

  15. … einfach keine Prüfung ablegen und dann ist das Problem gelöst 😀 Das schlechte bei solchen Prüfungen ist dass man sie nur 2 Mal pro Jahr ablegen kann und wenn man sich irgendwo bewerben muss und das Zeugnis braucht kann man nicht gleich auch die Prüfung ablegen ..

  16. Bewerbungsgespräch spontan in der Fremdsprache… ohgott! das wäre mein persönlicher ultra-Alptraum! Fies, aber für den Arbeitgeber wahrscheinlich ziemlich effektiv, um Leute auszusortieren, die nur aufgrund theoretischer Kenntnisse ihren Nachweis/ihre Note haben.

  17. Ich hab auch gehört, dass man für solche Prüfungen teilweise ganz schön was berappen muss. Ich muss sagen, dass ich bis jetzt auch ohne Nachweise wie Toefl allein durch meine Kenntnisse punkten und als Englischlehrerin arbeiten durfte. Toefl & co untersuchen ja auch eher die Theorie, viele gute Toefl Absolventen stoßen in der Praxis schnell an ihre Grenzen. Man sollte sich vorher gut informieren, ob solche Nachweise wirklich erforderlich sind. Habe in der Schule mal ein DELF Zertifikat bekommen, aber Französisch kann ich deswegen noch lange nicht (mehr) so gut, wie es da drauf steht 🙂

  18. Sprachen öffnen die Welt! Arbeitschancen sind klar höher, aber nicht nur das.. ein guter Einfluss ist auch auf die Allgemeinbildung nicht zu bestreiten.

  19. Bei uns im Studium hatten man korrekter Weise die Möglichkeit einen Englishkurs im Studium Integrale zu belegen. Wurde nach dem Abschlusstest auch mit einem TOEFL Zertfikat belohnt. Meiner Meinung nach sollte neben dem schriftlichen aber auch ein mündlicher Test eingeführt werden. Gerade im Berufsleben ist das flüssige Sprechen mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als die schriftlichen Fähigkeiten…

    Test muss man in für die Wirtschaft heutzutage eigentlich gemacht haben. Hätte sogar ein Praktika ohne den Nachweis nicht bekommen.

  20. @Ulli: Mündliche Prüfungsanteile sind etwa bei den in Europa gebräuchlichen telc-Tests mit vorhanden. Hier wird man aber eventuell auf Probleme bei der internationalen Anerkennung stoßen und sollte sich vorher genau informieren, da diese, wie erwähnt, bisher vor allem in der EU verbreitet sind.

  21. Mir gefällt der Artikel sehr gut. Ich habe schon häufig festgestellt wie wichtig mehrere Fremdsprachen sein können.
    Sich die Fremdsprachkenntnisse mit Hilfe eines Zertifikates anerkennen zu lassen finde ich sehr gut. So ist auf den ersten Blick ersichtlich, dass diese Fähigkeiten auch wirklich vorhanden sind. Zudem dürfte so ein Zertifikat das Auftreten der Person verbessern, da man stolz auf das Erreichte sein kann. Nicht zu vergessen ist, dass die Kommunikation durch die vorhandenen Kenntnisse gefördert wird.

  22. Das der TOEFL nur 2 Jahre gültig ist, finde ich schon ein bisschen kurz, da er nicht gerade billig ist. Ich habe vor meinem Bachelor einen TOEFL machen müssen und hätte für meiner Masterbewerbungen 3 Jahre später nochmal einen TOEFL und meistens noch einen GMAT (der zur Hälfte auch Englischtest ist) machen sollen. Mit Vorbereitungsbüchern und Testgebühr ist man da mal locker 500-600 euro los… für Studenten sehr viel Geld

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