Herausforderung: Chinesisch lernen

Chinesisch gilt als eine der schwierigsten Sprachen der Welt. Neben den 4 Tonhöhen, die die Bedeutung eines Wortes verändern, wären da auch noch die chinesischen Schriftzeichen, die es zu lernen gilt. Man muss zumindest 3000 verschiedene Zeichen kennen, um eine chinesische Zeitung lesen zu können. Das ist schon eine ganze Menge… Gebildete Chinesen beherrschen ganze 6000!

Symbolbild China ‚© Dainis Matisons / http://www.flickr.com/photos/dainismatisons/ ‘

Die chinesische Sprache ist uns sehr fremd und doch oder gerade deshalb interessieren sich immer mehr Menschen für einen Sprachkurs Mandarinchinesisch. An deutschen Schulen wird immer öfter Chinesisch unterrichtet und seit kurzem werden an deutschen Universitäten sogar Chinesischlehrer ausgebildet. Die Zahl der Sinologiestudenten an Universitäten steigt stetig. Viele Studierende ziehen dem Auslandssemester in den USA mittlerweile einen Studienaufenthalt in China vor. Was sind die Beweggründe?

Chinas Aufstieg zu einer wirtschaftlichen Großmacht ist ein starkes Argument für viele, sich mit der chinesischen Sprache zu befassen. In Asien, wo China großen Einfluss auf seine Nachbarländer ausübt, ziehen viele junge Menschen Chinesisch dem Englischen als zweiter Fremdsprache vor. Die Weltsprache Englisch bekommt also Konkurrenz: Sprachforscher gehen sogar davon aus, dass wir in einigen Jahrzehnten Lehnwörter aus dem Chinesischen übernommen haben werden, wie es jetzt mit englischen Begriffen der Fall ist.

Neben den guten beruflichen Aussichten, die mit Chinesischkenntnissen einhergehen, verfügt das Reich der Mitte natürlich auch über eine Jahrtausende alte Kultur, die viele fasziniert und sich mit Sprachkenntnissen natürlich um einiges besser erschließt. Buddhismus , Feng Shui und Tai Qi sind einige der „kulturellen Importe“ aus China, die sich bereits jetzt großer Beliebtheit erfreuen.  Doch es gehört viel, viel mehr dazu die chinesische Kultur zu verstehen. Ein echtes Verständnis für Land und Leute lässt sich wahrscheinlich nur mit einem längeren Aufenthalt vor Ort und entsprechenden Sprachkenntnissen erlangen.

Egal ob man Chinesisch aus beruflichen oder ganz persönlichen Gründen lernt, der Aufenthalt vor Ort, das hautnahe Erleben der Kultur ist unabdingbar. Die größten Fortschritte stellen sich sicher dann ein, wenn man im Zuge eines Aufenthalts in China gleich vor Ort einen Sprachkurs absolviert. So eine Sprachreise lässt sich beispielsweise mit Sprachreiseveranstaltern organisieren und hat den Vorteil, dass die Planung der Reise zu einem Großteil von den Sprachreiseexperten übernommen wird. Neben den Unterrichtseinheiten bleibt genügend Zeit die fremde Umgebung zu erkunden und das theoretisch-Erlernte in die Praxis umzusetzen.

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21 Gedanken zu „Herausforderung: Chinesisch lernen“

  1. Hallo, sehr interessanter und informativer Artikel. Chinesisch zu lernen würde ich sogar, gerade für Studenten, als strategische Option bezeichnen. Der Aufwand dafür muss aber wirklich brutal sein. Habe mal gehört der Zeitaufwand um Mandarin auf „ordentlichem“ Niveau zu beherrschen entspricht dem von zwei (dem Deutsch weiter entfernten) indogermanischen Sprachen. Also z.B. Russisch oder sogar Hindi. Bei den germanischen Sprachen sollen es sogar 3-5 sein. Keine Ahnung ob das stimmt nur gehört und noch nicht ausprobiert 😉
    Ich würde im Zweifelsfall eher auf Hindi setzten, ist immerhin die am zweitmeisten gesprochene Sprache weltweit.

  2. Es gibt eine Untersuchung in Schulen in Australien, dass für Menschen mit englischsprachiger Muttersprache es etwa 3,5 mal länger dauert auf gleichem Niveau Chinesisch zu lernen als französisch. Die Berufsaussichten mit gutem Mandarin (chin. Hochsprache) sind aber wohl um mehr als 3,5 mal besser. Also lohnt es sich wohl!

  3. Das mit den 3000 und 6000 Zeichen ist schon krass – oder denkt man da als Deutscher etwas falsch, wenn man das mit unseren Buchstaben und Zahlen vergleicht?
    Auf jeden Fall würde mich auch Chinesisch oder auch Japanisch reizen – finde bei der Kulturen höchst interessant und will unbedingt mal in beide Länder reisen… aber mal schauen wann dafür Zeit ist.

    Grüße aus Bayern Adrian

  4. Das gilt aber nicht nur für Chinesisch, ich denke immer wenn man irgendeine Sprache lernen will sollte man um es wirklich zu lernen und zu verstehen einige zeit in dem Land verbringen und dort Sprachkurse besuchen 😉

  5. Chinesisch-Lernen ist sicher eine tolle und interessante Sache, was aber die Anforderungen einer solchen Aufgabe angeht, fällt mir ein, was ein Freund von mir, der fließend Chinesisch spricht und auch schon in China gearbeitet hat, mir einmal sagte, dass nämlich die Schüler in China allein schon Jahre brauchen, um allein die Schriftzeichen der Sprache zu lernen. Das fand ich schon heftig.

  6. Und wie laufen die Unterrichtseinheiten dort vor Ort ab? Muss man direkt in eine Art Schule gehen oder wie kann ich mir das vorstellen?

    Schon sehr spannend und der direkte Bezug zur Kultur steigert die Motivation sicher noch mal enorm.

  7. Es ist immer besser wenn man in dem Land ist, wenn man die Sprache lernt. Es fängt schon morgens beim Brot holen an, das man einfach lernt ohne es zu merken, Das bringt unwahrscheinlich viel. Ich habe Spanisch in recht kurzer Zeit bei einem 1 jährigen Aufenthalt dort gelernt.

  8. Ich lerne gerade Mandarin (schon seit September letzten Jahres) und mir gefällt es sehr gut! Wenn man davon erzählt, kommt erstmal ”Wieso machst du das, das ist doch viel zu schwer” etc Viele Leute sind beeindruckt, haben aber so ihre Zweifel, ob man das wirklich schaffen kann, vor allem bei sontigem Unistress. Naja, JA es ist schwer, aber es macht auch viel Spas ♪

  9. Hallo,
    wie lange dauert es denn bei einem durchschnittlichen Student, der chinesisch lernen möchte? Bei 3000 Zeichen für eine Zeitung sehe ich ebenfalls eine große Herausforderung für die Sprache, wenn man bedenkt, dass die Sprache nur 24 Buchstaben besitzt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass chinesisch nicht die Weltsprache wird. Dafür ist Englisch meiner Meinung nach zu weit verbreitet.

  10. Ich habe mich mal mit dem Thema beschäftigt, muss aber sagen, dass ich mir diese Sprache und die Zeichen nicht zutraue. Die Sprache ist unheimlich komplex, ebenso die Schriftzeichen. Außerdem: wo sollte ich so viel chinesisch sprechen? Ich brauche das Beruflich nicht.

    Türkisch und russisch wären da schon andere Alternativen.

  11. Und ich bin froh 2 Sprachen fließend zu sprechen Englisch und Deutsch, jetzt Chinesisch lernen die blanke Hölle.

    Aber ich zolle jedem Respekt der aus unserem Kulturkreis eine asiatische Fremdsprache lernt, ist nicht jedermanns Ding denke ich 🙂

  12. Hallo,
    Danke für den interessanten Artikel.
    Ich denke ebenfalls, dass gerade China natürlich beliebter ist, und ich kann es gut verstehen. Das lernen der Sprache ist wirklich schwer, ich lerne gerade japanisch – somit auch die chinesischen Schriftzeichen. Ich bin so froh dass man im japanischen noch das hiragana hat, auf das man auswichen kann… Im chinesischen ist das leider nicht gegeben. Aber wenn man die Sprache gelernt hat, sind vor allem im Karrierebereich die Vorteile groß, vor allem withstaftlich und der generelle Einfluss finde ich wichtig. Somit werde ich vielleicht auch noch chinesisch lernen, wenn ich die zeit dazu habe.

  13. Dass es vier verschiedene Tonhöhen gibt, welche die Bedeutung eines Wortes verändern können, habe ich bisher noch gar nicht gewusst. Es ist eigentlich interessant, dass einer großer Teil der Weltbevölkerung ausgerechnet eine solch schwierige Sprache spricht.

  14. Hallo,

    vielen lieben Dank für den interessanten Artikel

    Also 4 Tonlagen und 3000 Zeichen?

    Nicht gerade wenig wenn man Tagsüber noch andere Dinge erledigen möchte. Da sind wir ja noch verschont mit 26 Buchstaben und den zahlen 0-9. 🙂

    Ein Aufenthalt in China um die Kultur und die Sprache näher kennenzulernen wäre definitiv interessant. Mal sehen wann ich dafür Zeit finde.

  15. Hallo 🙂 Vor der hohen Zahl an Schriftzeichen lassen sich viele abschrecken und setzen sich daher gar nicht erst mit der Sprache auseinander. Aber schon mit ein paar Hundert Zeichen kann man sich im Alltag recht gut orientieren, ab ungefähr 1500 Schriftzeichen versteht man schon rund 90% von einem normalen Zeitungsartikel und mit 3000 Schriftzeichen kann man dann rund 99% lesen, also nahezu lückenlos. Letztendlich kann man diese Zeichen innerhalb von ein paar Jahren erlernen, das ist alles eine Frage des regelmäßigen Trainings. Viele Grüße!

  16. Sehr guter Artikel! Ich lerne Chinesisch nun bereits seit 2011 und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich lohnt! Die Sprache an sich, sowie das Schriftsystem sind bereits sehr faszinierend, aber die eigentliche Belohnung ist dann wenn man dadurch das Land, die Kultur und Menschen besser verstehen lernt. Natürlicherweise steigt dadurch das Interesse an der Sprache um so mehr 😉

    Bezüglich der Schwierigkeit des Erlernens dieser Sprache muss ich meinen Vorrednern teilweise Recht geben. Zumindest der Anfang ist nicht einfach, da alles erstmal neu ist. Die Schriftzeichen stellen nach wie vor die größte Hürde beim Erlernen von neuen Vokabeln dar. Jedoch wird man nach einiger Zeit merken, dass wenn man das Grundprinzip erstmal verstanden hat, es immer einfacher wird. Übrigens ist die chinesische Grammatik wirklich kinderleicht und die Töne sind mit ein wenig Übung auch halb so wild. Also nur Mut! 🙂

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