WG-Suche – ein Hindernislauf der besonderen Art

Wer schon mal eine WG gesucht hat weiß, dass die Suche nach einer geeigneten WG total einfach sein kann, man muss nur lügen und betrügen was das Zeug hält! Angefangen am Schwarzen Brett der Uni, wo neue Mitbewohner für eine WG gesucht werden, reißt man am besten die Anzeige direkt ab – getreu nach dem Motto: was die Konkurrenz nicht weiß, macht sie nicht heiß. Dann schnell anrufen und einen Termin für die Wohnungsbesichtigung ergattern. Die erste Hürde wäre schon mal geschafft, doch Vorbereitung ist alles!

Symbolbild Hindernislauf | BlogStudent.de
Symbolbild Hindernislauf ‚© S. Hofschlaeger / pixelio.de’

Bei der Besichtigung der Studenten-WG sollte man stets seine Vita in Papierform vorlegen können, wo außerdem sämtliche positiven Eigenschaften, wie die Klo-putz-Leidenschaft und Kuchen backen für die Mitbewohner, aufgelistet sind. Tja, aber das ist noch nicht alles, wenn eine WG gesucht wird. Falls man schon WG-Erfahrung hat, sollte man sich von seiner vorherigen Studenten-WG unbedingt bescheinigen lassen, dass man stubenrein ist, nicht ständig die Anlage aufdreht und am Wochenende sowieso immer bei Mutti ist. Sind die Bewerbungsunterlagen für das neue WG Zimmer eingereicht und akzeptiert, steht der persönliche Test unter den kritischen Augen der neuen potentiellen Mitbewohner an. Hierbei muss man als WG-Anwärter in vielerlei Bereichen Leiden(sbereit)schaft und Durchhaltevermögen beweisen. Der Phantasie der Studenten-WG-Bewohner sind keine Grenzen gesetzt, wodurch olympiareife Disziplinen wie „Angebrannte-Töpfe-Wettschrubben“ bis hin zu „Nackt-Toilette-Putzen“ entstehen. Hier heißt es jetzt Augen zu und durch, Selbstrespekt und Menschenwürde sollten eh direkt an der Wohnungstür abgegeben werden – zumindest von jedem, von dem eine WG gesucht wird!

Falls man dieses Prozedere ohne ansteckende Krankheiten überlebt, winkt die Chance auf den Einzug in die Studenten-WG und einem erfolgreichen, selbstbestimmten Leben kann nichts mehr im Wege stehen. Die letzte Hürde ist nur noch eine Kleinigkeit in Form des WG-Vertrags, welcher Badezimmer- und Besuchszeiten regelt und dir jegliche Rechte auf die Fernbedienung abspricht. Nach der Unterzeichnung heißt es aber endlich: Willkommen in der Studenten-WG! Das Thema „WG gesucht“ hat sich hiermit (vorerst) erledigt.

Dieser humorvolle Gastartikel stammt von WG-cast.de, der Webseite für die Mitbewohner- und WG-Suche.

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10 Gedanken zu „WG-Suche – ein Hindernislauf der besonderen Art“

  1. Bei dem Artikel musste ich total lachen! Leider ist der Beitrag (fast) nicht übertrieben. Das schlimme dabei ist ja nicht nur die Suche – du musst hinterher ja mit den Leuten zusammen leben, die dich durch die Fragebogen-Hölle geschickt haben… 😉

  2. Haha! Geil geschrieben 🙂

    Musste mehrmals schmunzeln^^ Kann mir schon vorstellen, das das keine einfache Aufgabe ist. Aber selbst in eine WG einzuziehen, würde für mich nicht in Frage kommen. Die eigene Wohnung ist da für mich irgendwie der “eigene” Erholungsort, da will ich keine anderen um mich haben. Da muss man auch der Typ für sein – für eine WG.
    lg

  3. Klar, der Artikel ist in gewisser Weise ironisch! 😉 Aber manchmal ist es (leider!!!) wirklich so: Wer dreist ist und lügt, der ‘gewinnt’. Durfte das schon häufiger bei Bewerbungen feststellen, lange Zeit nur Absagen bekommen, dann eine Zeit lang rumgeflunkert und schon kamen positive Rückmeldungen. Schade eigentlich…

  4. Hallo,

    ich habe es auch schon durch und ganz ehrlich, es hat sehr lange gedauert, bis ich damals was gefunden habe. Der erste Eindruck ist meist entscheidend. Partymaus/Partytyp, Raucher oder nicht, laut oder leise, mit Tier oder ohne, gepflegt oder nicht, Mann oder Frau… es gibt viele Gründe nicht genommen zu werden, man muss sich wirklich anschmeicheln und nach Möglichkeit jede entscheidende Frage mit einer Gegenfrage auskontern, um die richtige Antwort zu geben.

    Manchmal kann das aber auch nach hinten losgehen…. ich habe damals übrigens 2 Monate gesucht und nur durch einen Zufall bin ich ganz schnell in eine tolle WG gerutscht….

    Manchmal muss es so sein.

  5. Echt ein sehr lustiger und treffender Artikel. Leider habe ich auch die Erfahrung machen müssen, dass man vor allem als Student in einer Stadt wie Berlin ziemlich lange nach der passenden WG suchen muss. Und die wirklich unsinnigen Casting-Methoden, gehen mal gar nicht. Bei einem WG Casting sollte ich mich als Tier auf ein Blatt Papier malen. Man wollte damit meine Charaktereigenschaften rausfiltern.

  6. Hallo,
    Ein echt guter Artikel, hat mich etwas an die Zeit erinnert, wo ich noch am suchen war. Vor allem der erste Besuch in der vlt-bald-WG war immer sehr abwechslungsreich. Habe in den Niederlanden gesucht und man kam sich dabei teils echt wie in nem Casting vor. So wirds teils echt schwierig – leider.

  7. Hallo liebes WG-cast-Team,

    vielen Dank für die Hilfe, die Tipps aus diesem Gastartikel werde ich mir merken, denn meine Freundin wird sich demnächst eine Wohnung angucken und sie sollte das wirklich nicht alleine tun. Am besten werde ich ihr raten, dass ihr zukünftiger Schwiegervater dabei ist wenn sie sich die Wohnung anschaut. Kann nicht schaden jemanden als Zeugen dabei zu haben, der Erfahrung in solchen Sachen hat und weiß worauf man achten muss.
    Wie ist das eigentlich, wenn man sich für eine Wohnung interessiert und beim Vermieter anruft, was sollte man da am Telefon schon für Fragen stellen?

    Dann kann ich noch eine Webseite empfehlen, das ist der “Mieterschutzverein Frankfurt”, da findet man auch eine PDF mit ner Checkliste für die reibungslose Wohnungsbesichtigung.

    LG, Merida

  8. Ja, manchmal ist die WG-Suche echt wie ein Bewerbungsmarathon… Immer schön lügen, wie gerne man aufräumt, leise man im Zimmer ist und gesellig 😀 Zum Glück gibt’s da im Normalfall keine Probezeit wie auf Arbeit, während der man sich bewähren muss. Manche WGs suchen ja sogar nach aufgedrehten Persönlichkeiten und nicht nach dem stillen Nesthocker. Wenn man sich hinterher mit den Leuten verstehen möchte und nicht unter großer Wohnugnsnot leidet, sollte ruhig er/sie selbst sein bei der Besichtigung 🙂

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