6 Monate in China – Werde Experte im Handeln

Wer war noch nicht in irgendeinem Urlaub wo man um jedes T-Shirt gefeilscht- und sich aus Spaß mit dem Verkäufer angelegt hat. Und irgendwie macht es ja auch Spaß, gerade wenn es das erste Mal ist und man sich über jeden gesparten Euro freut. Sobald man jedoch in China für eine längere Zeit lebt, wie ich für ein Auslandspraktikum und letztes Jahr für mein Auslandssemester, wird Handeln bis zur Perfektion hin trainiert. Wo meine Mutter bei ihrem Besuch noch meinte: „Ach komm, die 2 Euro die ich jetzt mehr zahle“, geht es uns, den hier Lebenden, schon lange ums Prinzip des Gewinnens.

Symbolbild "Feilschen in China" | BlogStudent.de
Symbolbild “Feilschen in China”

Es gibt eine Art Strategie, die es jedem Neuling ermöglicht von Anfang an das Spiel des Handelns zu beherrschen. Es ist ganz einfach wenn man ein paar Schritte beachtet:

Als allererstes muss man natürlich auf die Qualität achten. Allen Vorurteilen entgegen kann man sogar in China recht gute Qualität zu einem günstigen Preis bekommen, man muss nur ein wenig länger danach suchen.
Hat man sein Lieblingsstück entdeckt, beginnt das Spiel. Ganz wichtig: Nicht gleich drauf stürzen und seine Begeisterung zeigen, das erhöht unnötig den Preis!
Bleib ruhig und überlege dir, wie viel du ausgeben möchtest und bleib unter allen Umständen bei diesem Preis. Irgendein Stand wird dein Lieblingsstück zu deinem Preis schon verkaufen.

Jetzt beginnt der Preiskampf: lass den Verkäufer mit seinem Angebot beginnen und reagiere geschockt. Da die Preise eh viel zu hoch sind, fällt das auch nicht gerade schwer. Durch deine Reaktion gehen die meisten Verkäufer von selbst mit dem Preis runter.

Jetzt bist du dran. Um viel Luft nach oben offen zu lassen, beginn mit einem sehr, sehr niedrigen Preis. Natürlich werden sie diesen nicht akzeptieren, aber es macht es einfacher deinen Preis später zu erreichen. Jetzt wird’s nämlich lustig, da Chinesen auf eingeschnappt schalten und ein wenig böse wirken. Aber keine Sorge, es ist nur gespielt, also lass dich davon nicht entmutigen und zieh deinen letzten Joker:
Geh! Jetzt bekommt der Verkäufer nämlich Angst, kein Geschäft zu machen und rennt dir nach. Er wird jegliche Beträge und „ok, ok“ hinter dir her rufen.

Finale! Geh zurück und nenn erneut deinen Preis. Er wird dir entgegen kommen, bis ihr euch einigt!

Merke dir zum Schluss: Lacht er bei der Geldübergabe und lobt dich für deine Handlungskunst, war dein Preis leider noch zu hoch. Greift er nur nach dem Geld und verschwindet, hast du echt einen guten Job gemacht und kannst stolz auf dich sein. Weiter geht’s…

Weitere Blogs über das Leben und Praktikumsmöglichkeiten hier in China gibt es unter www.internchina.com.

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7 Gedanken zu „6 Monate in China – Werde Experte im Handeln“

  1. 😀 ist amüsant. Ich habe mehrere Jahre in der Türkei gelebt und bin sonst auch etwas rumgekommen bis jetzt, leider aber noch nicht in China gewesen. Auch wenn ich es mir dies seit mehreren Jahren wünsche.

    Dieses Phänomen kann man nämlich in vielen Länder sehen. In der Türkei musst Du auf jeden Fall handeln, in Ägypten mit allen sogar mit dem Taxifahrer, in Spanien und London habe ich sogar das Hotel runtergehandelt usw 🙂 und ich wende eine sehr ähnliche Strategie, bis dato war das mir gar nicht bewusst, habe ich wahrscheinlich immer unbewusst gemacht.

    Ich schau mir das/die Produkt/Ware usw. an und verschaffe mir ein Bild, anschließend werden auffallende Mängel/Schäden etc. dem Verkäufer mitgeteilt und schlecht geredet. Dann ist der Verkäufer etwas eingeschüchtert, so frage ich nachdem Preis und reagiere dann wenn der wirklich zu hoch ist mit dem Gesicht schockiert und zeige/zähle die Mänge wieder. Dann kommen die meisten schon mit dem Preis runter. Dann sage ich wieso ich es gerne bei diesem Verkäufer gerne kaufen möchte und argumentiere für ihn, lobe es fast schon. Sollte der Preis nicht tief genug fallen, argumentiere ich mit da sind weitere ich schaue mich ersteinmal um, denke die werden günstiger sein und drehe mich um. An diesem Punkt kommen fast alle i.d.R. dem gewünschten Preis entgegen 🙂

    Da ich nicht in China war, weiß nicht wie es sich da verhält aber in vielen Länder hat das super funktioniert.

  2. Es ist wie in der Türkei, du bist froh wenn du etwas gekauft hast und wieder runter vom Markt bist. Spaß macht es dann aber doch irgendwie im Vergleich zum langweiligen Shopping in deutschen Läden wo man einfach zur Kasse geht und ohne verhandeln die überteuerten Preise zahlt 😛

  3. Hallo. Ich persönlich kann jedem Studenten nur empfehlen über einen Auslandsaufenthalt in China nachzudenken. Es ist wirklich sehr interessant und hilft dabei die asiatische Kultur besser zu verstehen. Besonders für BWL Studenten ist dies eine tolle Möglichkeit über den Tellerrand hinauszuschauen. Liebe Grüße, Kim

  4. Ich war vor paar Wochen auch in China und mir ist auf den (Fake) Markets aufgefallen, wie oft Touristen wirklich viel mehr bezahlen als eigentlich nötig ist. Die beschriebene Variante irgendwann einfach zu gehen ist wichtiger Bestandteil der Verhandlung und unbedingt mindestens ein Mal durchzuführen. 😀 Wenn sich Händler mindestens ein Mal selbst unterbieten ist das ein guter Indikator. Und man muss absolut kein schlechtes Gewissen haben: Die geforderten umgerechneten 10 Euro pro Fächer sind natürlich als Startgebot viel zu hoch, aber auch zum Ende hin muss man sich vergewissern, dass viele Händler Centbeträge im Einkauf bezahlen und nicht unbedingt am Hungertuch nagen.
    Feilschen ist auch für jeden schüchternen Menschen eine tolle Übung. 😀

  5. Ich war das letzte Mal zum Millennium in Peking. Zu der Zeit war es utopisch solche Märkte ohne Begleitschutz zu besuchen. Jeder ausländisch Aussehende hatte sofort mindestens 10 “Kletten” mit skurrilen 1$ Angeboten um sich. Da scheint sich ja seitdem einiges getan zu haben.

  6. Ich liebe es in meinen Urlaub auf solche Märkte zu gehen und zu handeln 🙂
    Natürlich ist mir bewusst dass ich immer noch deutlich mehr zahle als ein Einheimischer aber der Spass ist es mir wert 🙂
    Der Tipp mit dem einfach gehen klappt übrigens immer, wenn man nicht von Haus aus zu niedrig ist 🙂

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