Fernstudium versus Präsenzstudium – Ein Überblick

Die größte Universität Deutschlands ist mit 50.000 Studenten die Fernuniversität Hagen. Die Studentenzahl spricht für eine große Popularität eines Fernstudiums. Doch was unterscheidet eigentlich ein Fernstudium von einem Präsenzstudium? Sind auch die gleichen Abschlüsse möglich und werden diese bei potenziellen Arbeitgebern auch gleichwertig anerkannt?

Symbolbild Fernstudium | BlogStudent.de
Symbolbild Fernstudium ‚© birgitH / pixelio.de'

Fernstudium – Eine Definition

Ein Fernstudium zeichnet sich im Gegensatz zu einem Präsenzstudium durch das Ersetzen der Präsenzvorlesungen mit entsprechend ausführlichen Lehrmaterialen, Präsenzseminaren und das Einsenden von Aufgaben zur Leistungskontrolle aus.

Ein Fernstudium unterscheidet sich zudem von Fernunterricht. Ersteres findet an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Universität statt und ermöglicht deshalb einen staatlichen Abschluss (z.B. Bachelor und Master). Unter Fernunterricht werden hingegen Fernlehrgänge an staatlich geprüften und zugelassenen privaten Lehrinstituten verstanden.

Zeiteinteilung und Flexibilität

Bei einem Studium das den Großteil der Zeit in den eigenen vier Wänden stattfindet, ist der Fernstudent sehr flexibel in der Zeiteinteilung. Deshalb kann ein Fernstudium leichter berufsbegleitend absolviert werden, beziehungsweise an die eigenen Lebensbedingungen angepasst werden. Der Studierende bestimmt den Zeitpunkt des Lernens, die Dauer, Intensität und den Zeitpunkt des Abschlusses relativ frei. Ein regelmäßiges Lernen ist natürlich dennoch erforderlich um am Ball zu bleiben. Es fällt außerdem nicht jedem Studenten so leicht die benötigte Selbstdisziplin für ein jahrelanges Selbststudium aufzubringen.

Der Preis der Freiheit: Die Kosten eines Fernstudiums

Die Kosten eines kompletten Studiengangs an einer Fernuniversität sind teilweise sehr hoch. Da sich die Kosten von Anbieter zu Anbieter und zwischen den einzelnen Studiengängen jedoch stark unterscheiden, sollte man sich selbst genau informieren. Bei manchen Studiengängen sollte man mit 10.000-15.000 Euro rechnen. Es gibt jedoch vielfältige Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten wie spezielle Kredite zu günstigen Konditionen, Ratenzahlungen und Steuererleichterungen.

Die Abschlüsse und deren Anerkanntheit

Immer mehr Abschlüsse können mittlerweile durch ein Fernstudium erworben werden. Durch die Umstellung auf Bachelor und Master-Studiengänge können die Fernuniversitäten inhaltlich gleichwertige Studiengänge mit staatlich anerkanntem Abschluss bieten. Das Jurastudium stellt hier zum Beispiel noch eine Ausnahme dar. Hier können die Fernuniversitäten noch keinen gleichwertigen Studiengang zum Volljuristen anbieten.

Ein wichtiger Punkt ist die Anerkennung der Abschlüsse durch ein Fernstudium in der Praxis. Hier gibt es widersprüchliche Angaben und Umfragen. Fest steht auf jeden Fall, dass nicht jeder Personalchef ein Fernstudium gegenüber einem Präsenzstudium als gleichwertig ansieht.

Fazit

Wer berufsbegleitend studieren möchte, hat oftmals kaum eine andere Möglichkeit als ein Fernstudium. Qualitativ ist hier sicherlich eine Steigerung zu beobachten und die Abschlüsse sind mittlerweile recht anerkannt. Problematisch ist hingegen die unterschiedliche Bekanntheit und Anerkanntheit der einzelnen Fernstudienanbieter im Vergleich miteinander. Eine sorgfältige Auswahl des Fernstudienanbieters ist folglich entscheidend, um nach Jahren des Studiums auch einen hochwertigen Abschluss in der Hand zu haben.

Weitere Informationen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Fernstudium


Wilhelm Büchner Hochschule – Bachelor oder Master im anerkannten Fernstudium



IWW – Institut an der FernUni in Hagen

fes

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23 Gedanken zu „Fernstudium versus Präsenzstudium – Ein Überblick“

  1. Ich studiere B.A. Kulturwissenschaften im Präsenzstudium und muss sagen, dass der “Kontakt” zu Dozierenden häufig garnicht so wichtig ist für die Beschäftigung mit geisteswissenschaftlichen Themen.
    Mein Studium ist darauf angelegt, dass vieles in Eigenarbeit und nicht für die Vorlesung oder das Seminar erarbeitet wird. Das mag bei technisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen anders sein, aber das führt letztlich zu der Frage, was Studium für den einzelnen bedeutet.
    Für mich zumindest ist es das humboldtsche Bildungsideal im Sinne einer umfassenden Bildung und keiner Ausbildung, wie sie so oft heutzutage stattfindet.

    Mein Fazit wäre, dass die Denkanstöße die ein Dozent geben kann wichtiger sind als physische Dasein vor Ort, nur der Kostenfaktor wäre mir zu hoch…

  2. Ich könnte es mir nicht vorstellen, ein Fernstudium zu absolvieren. Stell ich mir sehr schwierig vor und ist sicherlich deutlich weniger anerkannt als ein Präsenzstudium. (Manch einer mag das zwar bestreiten, aber ich glaube es ist einfach so^^)

  3. Ich habe zwei Studiums gemacht, einer Präsenz, und danach ein Fernstudium von einer Universität in Spanien.

    Ich kann ja nur gute Sachen über beide sagen, mit einige Pros und Contras, aber ich hatte nur gute Erfahrungen gesammelt, und würde beide auf jedem Fall empfehlen…

    Vielleicht ist das Kontakt zu anderen Studente besser, aber ich arbeitete während mein Fernstudium, konnte meinem Rhytmus studieren und bin zufrieden mit mienem Studium!

    LG aus Madrid und frohe Weihnachten,

    Marc

  4. Ich habe auch 2 Studiengänge absolviert. Einmal Präsenz und einmal Fernstudium. Wie mein Vorgänger schon sagte, haben beide ihr für und wider. Mir lag das Fernstudium einfach besser, da ich meine Zeit komplett frei einteilen konnte. Somit liess es sich wunderbar mit allem anderen kombinieren. Auch ist ein Fernstudium super für Leute, die kein Bafög oder ähnliche Unterstützung erhalten, da man halt viel besser und mehr nebenbei arbeiten kann.
    Für jemanden, der ständig Ansporn braucht und nicht so richtig mit dem Hintern hoch kommt, ist ein Fernstudium natürlich nicht das richtige.
    Selbstdisziplin ist das das A & O.

  5. Meine Frau hat ebenfalls ein Fernstudium absolviert (Sonderpädagogik) und sucht jetzt seit zwei Jahren eine Arbeitsstelle. Man sagte ihr ganz klar, dass das Fernstudium nicht viel wert sei und man lieber einen Bewerber mit Präsenzstudium nehmen würde.

  6. Ich habe 2 Fernstudiengänge bei SGD-Darmstadt absolviert und bin sehr zufrieden damit gewesen. Die Betreuung ist sehr gut. Na klar, es ist nicht billig, aber wenn man sich dadurch verbessern kann rate ich dazu. Jeder muss sich heute selbst weiterqualifizieren.

  7. Also ein Fernstudium ist nicht wirklich zu empfehlen, denn es wird defenitiv nicht so annerkannt wie ein Präsenzstudium! Das heißt, es im Grunde verschwendete Zeit. Gut, es ist sicher besser als wenn man nur Abitur in der Tasche hat, aber wenn man studiert, dann auch lieber auf normalem Wege.

  8. Ich denke niemand kann sagen, ob ein Fernstudium weniger Wert ist als ein Präsenzstudium! Man könnte höchstens Vor- und Nachteile für beide Varianten finden und sich dann entscheiden.

    Spontan fallen mir ein paar sehr wichtige Argumente für beide Seiten ein

    Vorteil von einem Präsenzstudium:
    Man hat mehr Zeit um Praktika zu absolvieren.

    Vorteile beim Fernstudium:
    Die Studenten können sich selbst mehr motivieren, sind belastbarer und bringen mehr Berufserfahrung mit sich.

  9. ich glaub auch nicht, dass es da ein richtig und ein falsch gibt, das soll jeder für sich und nach seinen persönlichen Präferenzen entscheiden. Und was die Anerkennung betrifft, das sollte auch keinen so großen Unterschied machen. Natürlich guckt der zukunftige Arbeitgeber drauf, aber kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich entscheidend ist! Wichtiger ist doch, dass die Persönlichkeit passt

  10. Ich habe auch noch vor zu studieren und ich spiele mit dem Gedanken ein Fernstudium zu machen. So habe ich mehr Berufserfahrung und ich kann gut lernen mit selber zu etwas zu motivieren.

  11. @ Ingo
    Dann solltest du das auf jedenfall in betracht ziehen.
    Ich finde es zeigt doch Lernbereitschaft und Eigenintitiative wenn man ein Fernstudium macht. Schließlich bekommt man das ja auch nicht einfach so geschenkt. Man muss gesauso dafür arbeiten und Klausuren etc. schreiben.
    Doch die Ferrnuni würde ich mir wenn ich sowas machen würde dann trotzdem genauso genau aussuchen wie die normale Uni.
    Viel Glück bei deinem Unterfangen!

  12. Soweit ich weiß ist ein Fernstudium an der beliebtesten Fernuni Deutschlands (Fernuni Hagen) bei weitem nicht so teuer wie von euch angegeben. Aber natürlich gibt es auch eine Menge private Anbieter mit Wucherpreisen.
    Ein Fernstudium ist übrigens auch eine gute Möglichkeit, neben dem eigentlichen Präsenzstudium noch ein weiteres Fach zu studieren. Vor allem auch deswegen, weil man an Fernunis die Studienzeit oft in die länge ziehen kann.

  13. Ich studiere BWL an einer normalen Uni und habe trotzdem manchmal das Gefühl ein Fernstudium zu absolvieren!
    Außer zu ein paar wichtigen Übungen, geht man zu keiner Veranstaltung. Neben dem normalen Skript, benutze ich Mitschriften und das klappt ziemlich gut! Kontakt zu den Dozenten hat man höchstens beim Schreiben der BA Thesis, ansonsten ist es doch eher eine unpersönliche Massenabfertigung!

    Deshalb finde ich den Unterschied zu einem Fernstudium nur sehr gering. Wenn ich mich jetzt für ein Studium und meine Zukunft entscheiden müsste, würde ich eher ein duales oder ein Fernstudium wählen, so dass ich nebenbei praktische Erfahrung sammeln kann. Die kommt jetzt nämlich viel zu kurz und das merke ich bei meinen Bewerbungen!!!!

  14. Auch ein Jurastudium kann ein Fernstudium sein. Ich war selbst kaum in den Vorlesungen anwesend, weil ich die Skripte auch allein durcharbeiten kann und diese nicht vom Professor vorgelesen bekommen muss. Diese Materialien gibt es ja nun auch mittlerweile immer online, so dass man nicht mal zum Skript abholen in die Vorlesung gehen muss.

    Und dann gibt es ja noch unendlich viele Fachbücher für Jura, die man so oder so lesen sollte – egal ob man in die Vorlesung geht. Daher lieber viel und genau lesen, statt sich vom Prof langweilen zu lassen.

  15. Das ist ein interessanter Artikel. Ich würde ein Präsenzstudium einem Frenstudium vorziehen. Ich finde, dass der Kontakt zu den Dozenten und den Kommilitonen viel wert ist, So kann man sich austauschen und sich gemeinsam neue Ansätze erarbeiten.
    Aber ich denke auch, dass es von dem persönlichen Geschmack abhängt für welche Art man sich letztenendes entscheidet.

  16. Ich selbst habe mir meinen Master in IT an einem privaten Institut am Bodensee angeeignet. Dabei habe ich jeweils über vier bzw. fünf Wochen lang neben der Arbeit daheim gelernt und war dann für eine Woche für Vorlesungen vor Ort. Es handelte sich also um eine Mischung zwischen Fernunterricht und einem Präsenzstudium. Letztlich kann ich nur positives von dieser Art des Studierens berichten. Das ganze hat mir zwar gut 25000 Euro gekostet, allerdings konnte ich so bequem meinen Master für genau meine Branche in der IT nachholen. Einen Nachteil zum Präsenzstudium an einer staatlichen Universität würde ich definitiv nicht sehen, ganz im Gegenteil. Für meine Branche handelte es sich um eine Elite Uni, die ihre 10 Studierende pro Semester sicherlich besser als jede andere Uni auf den Abschluss vorbereitet. Ein Studium parallel zu der regulären Belastung durch Beruf und Familie beweist zudem jedem Personaler die absolute Willenskraft, Stärke und Belastbarkeit und derartige leistungsstarke Bewerber werden daher sogar von vielen Top Firmen den regulären Uni Absolventen oft vorgezogen. Dies sind meine Erfahrungen!

  17. Letztlich kommt es sicherlich auf den Typ an, ob ein Fernstudium oder ein Präsenzstudium zu empfehlen ist. So ist das jahrelange, selbstständige und vor allem disziplinierte Lernen während eines Fernstudiums nicht unbedingt für jeden das Richtige. Einigen ist zudem ein Fernstudium aufgrund fehlender Zeit, verursacht durch weitere Verpflichtungen wie Familie etc. neben der Arbeit gar nicht möglich. Wer jedoch das Fernstudium erfolgreich absolviert, der ist sicherlich in Sachen Qualifikation mit einem Abgänger eines Präsenzstudiums zu vergleichen. Ich denke, dass hier in Zukunft die Grenzen noch mehr schwinden werden und viele Studiengänge immer mehr in Richtung berufsbegleitend ausgerichtet werden. Wie von @Harry ja auch geschrieben, gibt es mittlerweile immer mehr Studiengänge, die primär auf Basis eines Fernstudiums ausbauen, jedoch einen Präsenzkurs mit sich bringen.

  18. guter Artikel.Fange dieses Jahr (ss2012) WI-Inf an der FU Hagen an zu studieren. Deine Erfahrungen gingen mir auch schon durch den Kopf. Werde das erste Semester als Orientierung nehmen. Das Studium will ich persönlich schaffen. Jedoch bin ich mir nicht sicher ob ich es schaffen kann über die vielen Jahre es durchzuziehen und ob ich damit auch Glücklich bin.

  19. Ich habe zuerst ein Präsenzstudium abgeschlossen. Dabei fand ich in vielen der Präsenzveranstaltungen die Anwesenheit total überflüssig. Viele Inhalte habe ich mir lieber allein (oder in privat organisierten Lerngruppen) erarbeitet und mir die Zeit frei eingeteilt. Später habe ich ein Fernstudium an der Fernuniversität Hagen aufgenommen. Hier war die Zeiteinteilung natürlich total frei und ich konnte sehr selbstbestimmt agieren. Aber in dieser Zeit fehlte mir dann schon der enge Kontakt und Austausch mit Kommilitonen. Auch die Betreuung bei wissenschaftlichen Arbeiten habe ich im Präsenzstudium als intensiver erfahren, was möglicherweise daran lag, dass schon zuvor – also durch die Präsenzveranstaltungen – Kontakt zum jeweiligen wissenschaftlichen Mitarbeiter oder Professor bestand.

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