Eine kleine Anleitung zur Wohnungssuche

Momentan sind zwar nicht ganz so viele Studenten auf Wohnungssuche wie vor ein paar Monaten vor dem Beginn des Wintersemesters, aber wie ich bereits im Artikel “Der studentische Wohnungsmarkt nach Semesterbeginn: Eine Bilanz” erwähnt habe, gibt es viele Gründe jetzt in den Semesterferien umzuziehen. So hat es beispielsweise bei den teils chaotischen Zuständen sicherlich nicht jeder geschafft, die perfekte Wohnlösung zu finden und begibt sich nun (erneut) auf Wohnungssuche.

Die richtige Zeit also für eine kleine Anleitung zur Wohnungssuche, die hoffentlich auch bis zum nächsten Ansturm der Wohnungssuchenden nicht an Aktualität verliert.

Symbolbild Wohnungssuche | BlogStudent.de
Symbolbild Wohnungssuche ‚© Birgit Lieske / pixelio.de'

Für die Wohnungssuche sollte man sich genügend Zeit nehmen. Nur mit viel Zeit lassen sich Wohnungen vergleichen und Angebote sorgfältig abwägen. Ansonsten kann es sein, dass man nur allzu bald schon wieder auf Wohnungssuche ist.

Bevor die eigentliche Suche los geht, sollte man sich auch Gedanken darüber gemacht haben, wie man gerne wohnen möchte. Zur Auswahl stehen hauptsächlich Studentenwohnheim, WG-Zimmer, Zimmer zur Untermiete und eine eigene Wohnung.

Zimmer im Studentenwohnheim

In Studentenwohnheimen lässt es sich günstig wohnen. Sie unterscheiden sich jedoch von der Ausstattung und auch von der Lage (teilweise weit außerhalb des Stadtzentrums). Der Großteil der Wohnheime wird von den örtlichen Studentenwerken betrieben. Informationen zu den etwa 180.000 von den Studentenwerken zur Verfügung gestellten Wohnplätzen gibt es auf der Seite des Deutschen Studentenwerks. Für ein Zimmer muss man sich beim jeweiligen Studentenwerk – beziehungsweise falls es Studentenwohnheime anderer Träger gibt, dann dort direkt – bewerben.

Zimmer in Wohngemeinschaften

Sucht man ein Zimmer in einer bereits bestehenden WG, dann lohnt sich ein Blick auf Aushänge in der Universität. Hier suchen immer wieder Studenten einen Nachmieter für ihr Zimmer. Ansonsten lässt sich auch gut im Internet suchen. Dort finden sich Wohnungsanzeigeplattformen mit vielen WG-Angeboten. Etwas unkonventioneller ist die WG-Suche in Netzwerken wie Facebook und studiVZ. Da auch hier nach WG-Mitgliedern gesucht wird, sind die Chancen gar nicht so schlecht. Aber man sollte sich die Mitbewohner sorgfältig aussuchen, damit es später möglichst wenig Probleme gibt. Dazu kommt noch, dass auf ein freies WG-Zimmer meist mehrere Bewerber kommen und man keine Garantie hat, ausgewählt zu werden. Somit sollte man sich nicht auf eine WG fixieren.

Deutlich schwieriger ist es, mit mehreren Personen eine neue WG gründen zu wollen und nach einer dafür geeigneten Wohnung zu suchen. Viele Wohnungen sind von der Raumaufteilung einfach unpassend, weil ein Zimmer beispielsweise ein Durchgangzimmer ist. Außerdem lehnen leider nicht wenige Vermieter WGs grundsätzlich ab. Deshalb sollte man hier möglichst alle Register ziehen. Neben den bereits genannten Möglichkeiten sind auch Zeitungsanzeigen eine gute Möglichkeit eine Wohnung zu finden. Damit ist nicht nur das regelmäßige Sichten der Wohnungsangebote, sondern vielleicht auch das Einstellen eines eigenen Wohnungsgesuches gemeint. Letzteres ist zwar mit Kosten verbunden, aber erhöht die Chance auf Erfolg. Vielversprechend sind auch die großen Immobilienportale im Internet. Neben einem sehr großen Wohnungsangebot gibt es hier auch deutlich mehr Informationen und oft auch Bilder oder sogar Raumpläne. Somit erspart man sich im Gegensatz zu den Zeitungsanzeigen einige unnötige Anrufe, weil sich viele Wohnungen direkt ausschließen lassen. Bei einigen Angeboten werden jedoch Provisionen fällig.

Zimmer zur Untermiete

In einem Zimmer zur Untermiete zu wohnen ist auch kostengünstig und eine Alternative zum WG-Leben, das sicherlich nicht jedem liegt. Am besten wird man hier über Zeitungsanzeigen fündig.

Die eigene Wohnung

Wer gerne seine Ruhe hat und die Privatsphäre schätzt, für den ist die eigene Wohnung die perfekte Lösung. Das kann sich aber nicht jeder Student leisten und vor allem nicht in jeder Stadt. Je nach Wohnung, Lage und Stadt kann es aber auch günstige Angebote geben. Auf die Suche nach der eigenen Wohnung begibt man sich am besten auf Wohnungsportalen im Internet und in Zeitungen. Im Gegensatz zur Suche nach einer WG-geeigneten Wohnung muss man nicht so sehr auf die Raumaufteilung achten und hat keine Probleme mit “WG-feindlichen” Vermietern.

Welche Wohnart man auch vorzieht, mit genug Zeit und Durchhaltevermögen findet man hoffentlich die passende Wohnung oder das passende Zimmer.

Eure persönlichen Erfahrungen oder Tipps könnt ihr gerne in den Kommentaren schildern.

Felix

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14 Gedanken zu „Eine kleine Anleitung zur Wohnungssuche“

  1. Hallo Felix,
    die richtige Zeit, um zum WS auf der sicheren Seite zu sein ist immernoch der Sommer. Wenn viele draußen rumhängen, statt sich um eine Unterkunft zu kümmern. Soviel zu meinen Erfahrungen. Ich habe im grunde alles von deinen Aufzählungen durchgemacht. Wohnheim, WG, UM und EW und ich muss sagen WG reizt mich am meisten. Das ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Du bist abends nicht alleine wenn du nicht unbedingt einen Partner hast und es findet sich immer jemand der spontan mit dir rausgeht, der dir helfen kann usw.
    lieben gruß,
    celia

  2. Ich muss sagen, dass ich Wohnungssuche immer ätzend finde. Am besten ist es glaub ich, wenn man keinen Druck hat und recht genau weiß wo und wie man wohnen möchte. Dann kann man sich schon viele Termine sparen. Am allerbesten ist es natürlich, wenn man Geld oder reiche Eltern hat, die einem einen Markler bezahlen 😀
    Ich bin in den letzten 5 Jahren 4x umgezogen und hatte immer super glück. Ich hab jedesmal nur 2 Zimmer angeschaut und eins davon bekommen 😀

  3. Diese Wohnungssuche ist wirklich kein Kinderspiel. Man braucht ein wenig Glück und vllt auch Kontakte! Aber am besten ist es wirklich, wenn man sich ein paar Zimmer anschaut und sich dann entscheidet. WG ist wirklich eine reine Typ Sache, aber mit den richtigen Mitbewohnnern kann es ganz lustig sein! 🙂

  4. Ich habe auch vor einem Jahr die Phase hier in Hamburg durchgemacht, nach drei monatiger Suche haben wir zu zweit endlich eine Wohnung gefunden, nachdem wir etliche Besichtigungen durchgemacht haben…
    Ich glaube gerade in Hamburg ist die Wohnungssuche extrem zeitintensiv und kostet ohne Ende Nerven…
    Ich habe mich auch bewusst für eine WG und gegen das Wohnheim entschieden, ich hatte einfach Lust auf mein eigenes Reich 😉

  5. Mir hat es damals geholfen, mir im Vorfeld genau zu überlegen, was ich möchte, und was geht und was absolut gar nicht geht. So konnte ich einige Optionen gleich ausschließen und musste keine Kompromisse machen.
    Leuten die sich noch ganz unsicher sind ob WG oder Wohnheim, empfehle ich, einfach mal Erfahrungsberichte von Freunden einzuholen und dann zu entscheiden, welcher Typ sie sind.

  6. Also ich habe jetzt gerade den stress mit dem Umziehen vor mir, die Wohnung habe ich last minute gefunden, ich kann nur sagen hier in Berlin eine günstige Wohnung zu finden ist nicht einfach, und ich eine Wg ziehen kann ich mir nicht mehr vorstellen. Aber generell würde ich sagen der frühe Vogel fängt den Wurm;)!

  7. Ich hab damals 3 Monate jedes wochenende mit 20 anderen in diversen Wohnungen gestanden bis ich meine neue Wohnung gefunden hatte. Und jetzt gehts wieder los, denn ich such ein Baugrundstück. Mal schauen wie lange das Dauert.

  8. Gerade in Großstädten wie Frankfurt und Hamburg helfen derzeit auch gute Tipps und Anleitungen wenig. Dort ist die Wohnsituation aufgrund doppelter Jahrgänge und einer seit Jahren andauernd Knappheit an Single-Wohnungen so miserabel, dass auch die wenigen Wohnheimsplätze kaum Abhilfe schaffen. Es bleibt nur die Gründung einer großen WG oder der Einzug in eine solche. Doch gerade wenn man als Studienanfänger neu in einer Stadt ist, kann das mit einem gewissen Risiko verbunden sein.

  9. Danke für die Tipps! Bei mir steht demnächst (studienbedingt) auch wieder ein Umzug an. Aber ein WG-Zimmer kommt wohl eher nicht in Frage (auch wenn es günstiger ist). Und die Zimmer im Studentenwohnheim sehen irgendwie aus wie Knastzellen. Da fehlten nur die Gitterstäbe vor den Fenstern …

  10. Danke für die Tipps.
    Ich habe mir zunächst WG Zimmer angeschaut. Da mir aber selbst kleinste Zimmer direkt an einer Hauptstrasse für überzogene 400 Euro angeboten wurden habe ich micht dazu entschieden selbst eine WG zu gründen.
    Ich hatte das Glück und habe eine nette 3 Zimmer Wohnung in Schwabing gefunden. Jetzt zahl ich auch fast 400 Euro aber habe wenigstens das größte Zimmer mit Balkon. Achja und die Mitbewohner konnte ich mir dann auch noch selbst aussuchen.

  11. Kleine inhaltliche Ergänzung zu dem Artikel: Immonet hat eine Infografik mit Tipps & Tricks zur Wohnungssuche erstellt (Link siehe mein Name). Gerade für Großstädte mit Wohnungsknappheit, wie etwa Hamburg, kann man daraus was gewinnen > Zum Beispiel was in eine Bewerbungsmappe für eine Wohnung gehört, welche Fragen vom Vermieter man nicht wahrheitsgemäß beantworten muss (es geht den Vermieter zum Beispiel nichts an, wie oft Sie Party machen oder ob Sie auch mal laut Musik hören) und worauf Eigentümer & Makler bei der Wohnungsvergabe achten.

  12. Wohnte bereits seit fast einem Jahr in einer WG-Wohnung. Die Wohnung wurde ohne unseres Wissens an einen neuen Vermieter verkauft, das erste und bisher einzige Schreiben vom neuen Vermieter war die Kündigung. Auf Nachfrage beim alten Vermieter kam nur das der neue Vermieter gleich Eigenbedarf angemeldet hat, weil sein Sohn ab kommenden Semester diese brauche. Für meinen WG-Mitbewohner und mich heißt das jetzt wieder kurz vor dem neuen Semsterbeginn sich auf Wohnungssuche begeben. Und das gestaltet sich so kurz vor knapp dann doch eher schwierig.

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